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Test La Sportiva G2 SM


Der La Sportiva G2 SM ist ein thermischer Bergstiefel mit Innenschuh und wurde mit dem Weltebrühmten alpinisten Simone Moro entwickelt und unter anderem Am Gasherbrum 2 getestet, darum die Namensgebung. Das Boa-Schnürsystem ist sehr einfach in der Handhabung selbst mit Handschuhen und ermöglicht es, dass durch zwei voneinander getrennten Boas, sowohl der Schaft wie auch der Schuh selber unabhängig voneinander eingestellt werden können. Über die zwei Boa-Verschlüsse lässt sich der Schuh hervorragend  und schnell am Fuss und an der jeweiligen Situation (bergauf, bergab) anpassen. Er besitzt einen angenehmen Flex und ist zum laufen sehr angenehm, angenehmer als die meisten Bergschuhe die ich bisher hatte. Er ist ausserordentlich warm  dank einer vierschichtigen isolierende Struktur aus wasserabweisendem Cordura , rutschfesterm isolierendem Filz , einer isolierenden Barriere in Polyethylen  und zuletzt eine  Aluminiumschicht, welche die Fusswärme reflektiert und  Verstärkungen aus Lorica (oft in der Motorradbranche verwendet). Lorica ist ein Synthetisches Gewebe dass dem Leder in der Haptik wie in der Resistenz ähnelt. Dabei weist das Material bessere Werte bezüglich Dampfdurchlässigkeit und Atmungsaktivität auf,  als manches anderes künstliches Gewebe. Die Carbon Honeycomb Tech Sohle erlaubt  es selbst bei längerer Pause im Tiefschnee  ohne dass man etwas von der Kälte mitbekommen würde. Der Innenschuh aus PE-EVA Schaum ist 6mm Dick und ist angenehm weich. So entstehen keine Druckstellen, die mit der Zeit auf langen Hochtouren schmerzhaft werden könnten.  Mit einem Innenschuh hat man ausserdem den Vorteil, dass man ihn  nach der Tour im Biwak entweder anbehalten kann oder allenfalls mit in den Schlafsack nehmen kann. Die intergrierte und wasserfeste Cordura Gamasche dichtet dank dem eingebauten Gummizug das Ganze optimal ab und der Fuss bleibt so zuverlässig trocken und somit auch warm.  Es mag ein wenig übertrieben klingen für die hier vorkommenden Temperaturen. Wenn man den Schuh sieht wirkt er vielleicht etwas gross, doch er ist extrem leicht , sogar leichter als der Nepal Extreme 2 Grössen kleiner (nachgewogen). Der Schnitt ist für La Sportiva Masse eher grosszügig, denn sie sind meistens sehr schmal gebaut im Vergleich zu anderen Hersteller. Mit den Trekkingsocken Falke TK1 sowie den extrem dicken Expeditionssocken Falke TK4 hat man noch genügend Platz  und die Zehen werden gut durchblutet. Er ist extrem bequem sodass ich ihn nicht wirklich einlaufen musste. Der Schuh eignet sich besonders für mehrtägige Touren bei Minustemperaturen und für alle die, die kälteempfindlicher sind und einen Schuh der Superlative erleben möchten. Der Preis ist durchaus gerechtfertigt und der Schuh ist auf jeden Fall die Investition Wert.

 Der Nepal Extreme ist sehr warm solange man in Bewegung ist. Nach mehreren Stunden ohne Aktivität deutlich unter dem Gefrierpunkt ist es jedoch eher eine Qual. Auch am Morgen nach dem Biwakieren, beim Anziehen der Schuhe, ist es alles andere als angenehm in praktisch gefrohrene Schuhe zu stehen. Denn einen Nepal als Kopfkissen wünschen sich die allerwenigsten.  Ausserdem brauchte ich für zukünftige Projekte einen Schuh, bei dem ich mir keine Gedanken mehr machen muss bezüglich Wärme. Ich konnte den Schuh bereits beim Eisklettern und auf Schneehschuhen testen und bin absolut begeistert. Bisher ist mir nur aufgefallen, dass meine Schuhe (Zustand praktisch neu) Probleme bereiten mit dem Petzl Bügel meiner Dartwin Steigeisen. Trotz dem Ausgeprägten vorderen Sohlenrand gelang es mir nicht die Bügel richtig auf den Schuh anzupassen. Dies hatte zur Folge, dass das Eisen in der Eiswand mehrmals vom Schuh getreten wurde, beim Einschlagen ins Eis. Darum empfehle ich eher den Flex-Korb als Vordere Bindung um unangeneheme Situationen wie diese zu vermeiden.


Testergebnis:

Pro:

+ Wärmeleistung

+ Komfort

+ guter Halt

+ einfache Bedienung

+ robust

+ hochwertige Verarbeitung

+ wiederbesohlbar

Kontra:

bisher nichts negatives aufgefallen


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