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Wissenswertes rund um Outdoor-Bekleidung


Das Zwiebelprinzip besteht darin, sich in mehreren mehr oder wenigen dünnen Schichten zu kleiden, um die vom Körper benötigte Betriebstemperatur von etwa 37°C aufrecht zu erhalten. Einerseits hat man so den Vorteil, dass man je nach Anstrengung die Kleidung anpassen kann. Andererseits durch eine kluge Wahl der Materialien, kann das Schwitzen auf ein Minimum reduziert werden. Es gibt drei Hauptschichten welche jeweils noch erweitert werden können: Den First Layer die Basisschicht, den Midlayer die Isolationsschicht und den 3rd Layer die Wetterschutzschicht. Bei extremer Kälte kann noch auf eine Dicke Daunenjacke als äusserste Schicht zurückgegriffen werden.

Wir haben hier versucht die wichtigsten Punkte aus diesen komplexen Thema herauszugreifen, denn um ins Detail über die verschiedenen Outdoor-Textilien zu gehen würde ein ganzes Buch wohl nicht reichen . Es gibt sehr viele verschiedene Hersteller mit vergleichbarem hochwertigen Material. Wir möchten hier gleich allen ans Herz legen sich Gedanken zur Herkunft und Herstellungsbedingungen der Kleider, sowie auf die Nachhaltigkeit der genutzten Rohstoffe zu machen. Vielleicht macht es auch mehr Sinn, sich eine etwas teurere Jacke zu gönnen und diese dafür mehrere Jahre zu nutzen.

In den folgenden Seiten werden zuerst die einzelnen Schichten vorgestellt  sowie auch unsere Auswahl der Ausrüstung. Die Auswahl muss nicht für alle die perfekte Auswahl sein, das ist immer ein wenig Ansichtssache. Doch wir sind sehr zufrieden damit und wollen die Punkte hervorheben, welche uns positiv wie auch negativ aufgefallen sind. Wir werden auch in keiner Art und Weise von einer Marke dafür beauftragt, hier steht also nur die Meinung des passionierten Bergsteigers.

Gute Kleidung kennt kein schlechtes Wetter, nur du!
Gute Kleidung kennt kein schlechtes Wetter, nur du!

Eine Bergtour kann schnell zur Tortur werden, sollte man nicht die richtige Ausrüstung eingepackt haben, aber ganz besonders ohne Sonnenschutz.

Einerseits spielt da der Höhere UV Index in den Bergen eine Rolle, andererseits auch das Reflektieren der Sonnenstrahlen auf der weissen Schneeoberfläche. Schon nach weniger als einer Stunde je nach Verhältnisse, Hauttyp und ohne Sonnenschutz bzw. Sonnencreme kann sich ein gefährlichen Sonnenbrand entwickeln. Oder im Schlimmsten Fall einen Sonnenstich. Es ist von Vorteil eine gute Sonnencreme (min. Faktor 30) zu verwenden, denn dieses hat mehrere Vorteile neben des Schutzes gegen die Sonne. Unser Gesicht oder der Kopf ist oftmals der einzige Teil unseres Körpers welches den Elementen Schutzlos ausgesetzt ist. Bei Temperaturen unter 8°C stellen die Talgdrüsen der Haut die Talgproduktion ein, was zum austrocknen der Haut ausführt (trägt zur generellen Dehydration bei -> favorisiert die Höhenkrankheit). Die Sonnencreme, welche meistens eher fettig ist hilft dies vorzubeugen. Manche Creme, teilweise auch aus der Babyabteilung, sind besonders Fetthaltig und ziehen auch weniger schnell in die Haut ein. Diese wirken auch als Kälteschutz für unsere Haut und diese bleibt länger durch einen fettigen Schutzfilm geschützt. Sie sind oft erkennbar daran dass sie auch wirklich ein weisser Film auf der Haut hinterlassen, ist vielleicht nicht so sexy, doch dies ist in den Bergen eher zweitrangig, zumindest unseres Erachtens. Im Sommer ist die Sonnencreme fester Bestandteil der Ausrüstung und dürfte auf keine Tour fehlen, doch diese ersetzt keinen adäquaten Sonnenhut! Auch die empfindliche Kopfhaut will geschützt sein sowohl bei Männern wie bei Frauen. Eine gute Brille (Kat.3-4) ist für den Schutz der empfindlichen Augen ein Muss und darf natürlich auch nicht fehlen! Wir konnten die Brillen Julbo Explorer 2.0 und Whoops testen.

Der Aufstieg zum Ammertenspitz bei frühlingshaften Temperaturen unter der prallen Sonne. Aufgepasst, denn schon im Frühling kann der UV-Index in den Bergen bereits erstaunlich hoch sein. Auch wenn es sich nicht so anfühlt.
Der Aufstieg zum Ammertenspitz bei frühlingshaften Temperaturen unter der prallen Sonne. Aufgepasst, denn schon im Frühling kann der UV-Index in den Bergen bereits erstaunlich hoch sein. Auch wenn es sich nicht so anfühlt.

Kälteschutz

Bei Kopf, Hände und Füsse sollte nicht gespart werden. Auch beim Trockentauchen im Winter, wo es auch kälter werden kann hört man immer wieder: über den Kopf kühlt man am meisten aus. Das stimmt nur insofern, dass der Kopf, würde man ihn nicht schützen die einzige Stelle des Körpers ist welche noch der Kälte exponiert wäre. Heisst also eine Dicke Neoprenhaube anziehen um dies zu vermeiden. An Land ist es genau gleich. Es ist nicht so, dass der Kopf am ehesten von der Kälte betroffen ist solange er gut geschützt ist. Die oft aufgestellte Behauptung, dass am meisten Wärme über den Kopf verloren geht stimmt nicht ganz zumindest nicht bei einem Erwachsenen. Bei einem Kleinkind ist die Proportion von Kopf zu Körper ganz anders als beim Erwachsenen. Der Kopf hat eine viel grössere Hautfläche welche exponiert ist im Vergleich zum geschützten Körper. Bei einem Baby welches ein sich noch entwickelndes Immunsystem besitzt, und noch nicht die volle Fähigkeit besitzt sein Körpertemperatur zu regulieren, kann es durchaus gefährlich werden.  

Wenn der Körper auskühlt, schaltet sich zuerst der körpereigene Thermostat ein. Man beginnt zu zittern um Wärme zu produzieren. Dies hilft nur eine gewisse Zeit, dann beginnt der Körper die Vitalfunktionen zu schützen und beginnt das wärmende Blut in Bereiche zu speisen, welche Lebensnotwendig sind (Rumpf,Kopf) auf Kosten der Hände und Füsse. Jeder kennt bestimmt bei sehr kalten Winter wenn die Finger und Zehen langsam Taub werden oder ein stechender Schmerz auftritt. Besonders bei Exponierter Haut wie z.B. an den Händen können Erfrierungen auftreten. Das ganze kann bei Wind noch extrem verstärkt werden und es ist auch sehr empfehlenswert sich mit der Thematik Windchillfaktor, auf Deutsch Windkühle zu befassen. Dieser beschreibt den Unterschied zwischen der tatsächlichen Temperatur und der gefühlten Temperatur in Abhängigkeit der Windgeschwindigkeit. Unten die Tabelle aus der man dies ablesen kann: (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Windchill)

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