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First Layer / Basisschicht


Der First-layer auch Baselayer genannt, ist die erste Schicht welche direkt am Körper getragen wird. Diese sollte eng am Körper anliegen um die Feuchtigkeit optimal aufzunehmen und diese der nächsten Schicht weitergeben zu können. Von reiner Baumwolle ist abzuraten, da Baumwolle sollte sie einmal feucht sein, die Feuchtigkeit praktisch nicht mehr abgibt. Es empfiehlt sich deshalb mit synthetischen Materialien oder einem Merino-Kunstfasern Gemisch zu arbeiten. Der Vorteil der synthetischen Stoffe ist, dass sie sehr gut diesen Feuchtigkeitstransport erledigen. Ein Nachteil ist die unangenehme Geruchsentwicklung, die mit der Zeit bei intensivem Gebrauch auftreten kann, doch dies hält sich meiner Erfahrung nach im Winter in Grenzen. Reine Merinowolle ist nur bedingt geeignet für die Baselayerschicht, da sie auch Feuchtigkeit aufnimmt und diese, zwar weniger als Bauwolle, aber dennoch hält. Der Vorteil von Merinowolle ist, dass Wolle im Allgemeinen eine antibakterielle Wirkung aufweist und somit weniger anfällig sind für unangenehme Gerüche.  Sollte aber ein Stoff seine Aufnahmekapazität erreicht haben fühlt er sich nass an unabhängig vom Material. Unser Baselayer besteht teilweise aus synthetischen Materialien sowie aus Merinowolle-Polyester-Gewebe. In der Fitnessabteilung der meisten Sportfachgeschäfte lassen sich aber auch oft viele gute Stücke finden welche sowohl Wärme spenden wie  auch atmungsaktiv sind.

 

Auf Touren machen viele den Fehler sich tendenziell zu warm anzuziehen, wenn man am Morgen aus der mehr oder weniger warmen Hütte kommt. Man will ja schliesslich nicht frieren! Dies hat zur Folge, dass man nach spätestens fünf Minuten Aufstieg eine Pause einlegen muss um eine Schicht oder zwei auszuziehen. Auch ich habe den Fehler zu Beginn gemacht. Also besser ein wenig kalt  haben wenn man steht als zu schwitzen wenn man geht! Beachtet man dies wird man auch viel angenehmer den Aufstieg bewältigen können!

Ich konnte dies auf einer Tour testen, welche ich ein Mal im Januar mit Tourenski und eher zu warm gekleidet und ein Mal in Februar mit Schneeschuhen und optimal also eher zu kalt während den Pausen gekleidet  in Angriff nahm.  600 Höhenmeter etwa 8 Kilometer waren zu bewältigen, eine kleine Tour also. An beiden Tagen war das Wetter perfekt, doch die Temperaturen waren ganz anders. Im Januar lagen die Temperaturen knapp über Null. Zu warm gekleidet stieg mein Puls sehr schnell an und ich atmete schwer. Nach fünf Minuten konnte keine Pause gemacht werden um etwas auszuziehen, sodass ich erst nach einer Viertel Stunde Aufstieg eine Schicht abziehen konnte. Da ich bereits nassgeschitzt war fühlten sich die Pause sehr kalt an trotz der eigentlich warmen Kleidung. Der Puls lag Mittlerweile bei 150 aufwärts, was sich nach 1.5 Stunden Aufstieg anfühlte wie die Hölle. Ich war ausgelaugt und trotz regelmässigem trinken konnte ich den Wasserverlust durch das Schwitzen nicht kompensieren. Mir war etwas schlecht und so beschloss ich umzukehren nach 400 Höhenmeter Aufstieg. Einerseits war ich enttäuscht nicht auf den Gipfel gekommen zu sein, andererseits war ich froh etwas essentielles gelernt zu haben.

Einen Monat Später im Februar waren die Temperaturen  Morgens um 0C°, doch stiegen im Verlauf des Tages auf 15°C . Mit der perfekten Kombination aus Baselayer, leichtem Midlayer und der Hardshell zogen wir los. Es war eher frisch, doch so konnte sich kein Schweiss bilden und die Pausen waren trotz weniger Schichten insgesamt wärmer und erholsamer. Der Puls war normal zwischen 110 und 130 im Aufstieg und nach 3h erreichten wir den Gipfel ohne Probleme.

Dies mag auch an der allgemeinen Verfassung liegen, die beim zweiten Mal deutlich besser war. Ich bin aber überzeugt, dass die richtige Bekleidung den ausschlaggebende Punkt war und mindestens genauso viel dazu beigetragen hat dass die Tour ein Erfolg wurde.

 Ich verwende zur Zeit als Baselayer ein Polyester Langarm-Shirt, Modell Tech Crew von Helly Hansen welche extrem schnell trocknet bzw. die Feuchtigkeit weiterleitet. Sollte es nicht genug warm sein reicht oftmals  ein T-Shirt aus atmungsaktivem Material darüber. Je nach Kälte und Kälteempfindlichkeit dürfen Lange Unterhosen natürlich im kalten Winter nicht fehlen. Hier benutze ich an kalten Tage einfache Compression Pants /Leggins aus der Sportabteilung unter einer Softshellhose, der Mammut Basejump Pant. Alternativ dazu sollte es mal wirklich arktisch und stürmisch werden, benutze ich seit kurzem eine Kombination bestehend aus einer Mountain Equipment Tupilak Hardshell-Hose und einer Fleecehose aus Polartec Powerstretch Material von selben Hersteller. Wenn das Wetter wirklich unwirtlich wird, so dass man normalerweise zuhause bleiben würde, gibt es noch die Kombination aus der Bombensicheren Arc'teryx Alpha SV und der Arc'teryx Alpha AR Hose.

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