Schuhe - Der Weg ist das Ziel... aber nur mit dem richtigen Schuh!
Der passende Schuh hilft dabei mehr als man sich vorstellen könnte. 1984 hat das amerikanische Army Research Institute eine Studie mit ihren Soldaten durchgeführt. Das Ergebnis: Eine Verringerung des Gewichts an den Füßen um 100g, hat den selben Effekt auf den Energieverbrauch unseres Körpers, wie eine Verringerung des Gewichtes des Rucksacks um 500 Gramm. Beim Bergschuh ist es also genauso wichtig auf das Gewicht zu achten wie und darauf dass der Schuh perfekt sitzt, da sonst lange Touren schnell zur unermesslichen Qual werden können. Schon nach wenigen Minuten können sich im schlimmsten Fall Blasen bilden sodass manchmal sogar auf das Weitergehen verzichtet werden muss. Hier auch schafft das richtige Schnüren der Schuhe Abhilfe, denn dabei kann mehr falsch gemacht werden als man vielleicht annehmen könnte später dazu mehr.
Jeder hat andere Vorstellungen vom perfekten Schuh, ein anderes Budget, vor allem andere Füsse und das Wandern immer mehr zum Hype wird möchte mancher Wanderer noch dazu modisch unterwegs sein und der Schuh muss ja farblich ins Konzept der ganzen Kleidung passen. Der Letzte Aspekt sollte aber weniger eine Rolle spielen als die Passform am Fuss, darum wird man im Fachgeschäft sicher nicht um eine kompetente Beratung kommen, was in Bern nicht immer einfach zu finden ist. Doch man kann sich bereits im Voraus ein gutes Bild davon machen was man braucht, je nach dem was man vor hat. Hervorragend beraten (nicht nur für Schuhe) wurden wir im Mammut Store und Transa Bern, Tanner Sport in Burgdorf, sowie Berger Sport in Konolfingen um die Besten zu nennen.
Zunächst muss man erwähnen, dass nicht der Schuh den Fuss wärmt. Sondern der Fuss wärmt den Schuh, der den Fuss mehr oder weniger isoliert. Man muss sich im klaren sein was der Einsatzbereich des Schuhs sein soll. Sollen es gelegentliche Wochenendstouren , leichte Wanderungen im Sommer sein, eine reine Schneeschuhtour, eine klassische Hochtour , Eisklettern oder die Besteigung eines 6000er? Die Einsatzbereiche sind so unterschiedlich dass kaum ein Schuh mit allen fertig wird. Darum wurden die Bergschuhe in den 1970ern von Meindl in verschiedenen Kategorien nach Steifigkeit eingeteilt um einen besseren Überblick zu schaffen.
Die Kategorien im Überblick:
- Kategorie A: Leichte Wanderschuhe oder auch Halbschuhe mit flexibler Sohle und wenig Dämpfung für den normalen Outdooralltag , sowie für kürzere Wanderungen auf meist flachen und befestigten Wegen. Für die meisten Bergtouren jedoch ungenügend.
- Kategorie A/B: Hohe Wanderschuhe für ausgedehnte Tagestouren oder Touren mit Übernachtung sowie für mehrheitlich befestigte Wege und stellenweise losem Untergrund. Die Sohle ist verwindbar, aber relativ steif und dick.
- Kategorie B: Klassischer Trekkingstiefel mit verwindungssteifer Sohle, dicker Zwischensohle mit guter Dämpfung und mit hoher Schnürung. Meistens werden diese aus Leder hergestellt und sind je nach dem Wiederbesohlbar. Geeignet für mehrtägige Wanderungen mit grösserer Last und bergiges sowie streckenweise unwegsames Gelände Nicht zu empfehlen für lange Bergtouren, unter sehr kalten Bedingungen oder für Hochtouren. Allerdings in Kombination mit dicken Socken ideal als leichter Winterwanderschuh einsetzbar. Für Anfänger und Gelegenheitswanderer reichen diese Schuhe vollkommen aus.
- Kategorie B/C: Schwere Trekkingstiefel für Touren auf unwegsamem, steilem Gelände, unter Umständen ohne direkte Wegführung sowie für kürzere Wintertouren bei extrem kaltem Wetter. Steife Sohle mit tiefem griffigem Profil, meist hoher Schnürung und ein stabiler Schaft. Für Klettersteige und in höheren Lagen geeignet. Ausserdem sind sie für Steigeisen mit doppelter Korbbindung geeignet.
- Kategorie C: Bergstiefel für Touren auf sehr steinigem und steilem Untergrund, Eis und Firn sowie weit abseits befestigter Wege. Auch für mehrtägige Touren im Winter oder in größeren Höhen einsetzbar. Hoher und steifer Schaft, meist zusätzlich isoliert. Eine Kante an der Ferse erlaubt Verwendung von Kipphebelbindungen hinten bei Steigeisen und einer Universal Körbchenbindung vorne. Hohes Gewicht, ausgeprägtes Profil und extrem robuste Materialien.
- Kategorie D: Expeditionsstiefel oder Zweischalen-Bergstiefel mit herausnehmbarem, isoliertem Innenschuh, extrem robuster und langlebiger Verarbeitung für Höhen- und Extrembergsteigen oder Expeditionen. Voll steigeisenfest beidseitig mit Bügel. Ideal auch für Gletscher, lange Wintertouren mit Biwak sowie Eisklettern.
Leder oder Synthethik?
Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander was das Mass aller dinge ist. Lederschuh mit oder ohne GoreTex Membran bieten zahlreiche Vorteile gegenüber Schuhe aus Synthetischem Material mit GoreTex Membrane. Der wichtigste Vorteil ist sicher die Lebensdauer. Bei richtiger Pflege von Lederschuhen, welche in der Regel auch wiederbesohlbar sind, ist sie viel länger als bei Synthetik schuhen. Leder ist ausserdem atmungsaktiv und verhält sich wie eine zweiteHaut, was es schlussendlich ja auch ist. Ich habe eine Vorliebe für eher feste Lederschuhe welche aus möglichst wenig einzelnen Teilen die miteinander vernäht oder verklebt werden müssen bestehen. Dies bedeutet eine besonders lange Lebensdauer und eine hervorragende Dichtigkeit. Ich hatte in der Vergangenheit die Gelegenheit Bergschuh-Hersteller wie Salomon, Meindl, Lowa, La Sportiva, Mammut unter Anderem zu testen. Bisher war ich eigentlich mehrheitlich und heute nur noch mit Lederschuhen mit GoreTex Membran ausgerüstet. Bis auf die La Sportiva G2SM und die Scarpa Ribelle Tech OD, aber es sind ein wenig aussergewöhnliche Schuhe. Seit über 10 Jahren bin ich in Täglich über Stock und Stein mit den beliebten Salomon XA PRO3D GTX unterwegs, die für mich zu den bequemsten und vielseitigsten (Trailrunning-)Schuhen gehören.





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