Der Midlayer kann aus einer oder mehreren, mehr oder weniger dicken Schichten bestehen. Je nach Aktivität, Temperatur und Wetterbedingungen können mehrere Schichten kombiniert werden, darum auch das Zwiebelprinzip. Sie befindet sich wie es der Name schon verrät zwischen den First- und 3rd-Layer. Hierfür werden Faserpelze, Daunen- und Kunstfaserjacken oder Softshelljacken verwendet um nur die bekanntesten zu erwähnen. Man kann aber auch da noch unterteilen und zwei dünnere Midlayer tragen, um die Funktionalität noch zu erhöhen.
Faserpelz
Der Faserpelz, wer kennt diesen nicht? Er war bei der Einführung von synthetischen Stoffe in den 1970er Jahren lange das Mass aller Dinge was "moderne" Isolation angeht. Modern im Vergleich zu Daune, die schon seit Ewigkeiten verwendet wurde. Heute wird leider der qualitativ sehr hochwertige original Faserpelz, damals von Helly Hansen als ProPile vermarktet nur noch selten in einzelnen Fachgeschäfte angeboten. Ein sehr positiver Aspekt ist das manche Hersteller dafür mittlerweile Faserpelze aus Recycling Material herstellen und anbieten.
Softshell
Softshell bestehen in der Regel aus mehreren Schichten von aus Kunstfasern gewebten Stoffe und ist in verschiedenen Qualitäten zu finden. Die einen abriebfest und robust, die anderen weich und angenehm auf der Haut, je nach Einsatzzweck. Es wurde dazu konzipiert den Feuchtigkeitstransport optimal zu gewährleisten. Softshell kann auch als 3rd-Layer oder als Kombination von Midlayer und 3rd-Layer verwendet werden. Da hat man aber den Nachteil, dass das Softshellgewebe ohne weitere Membran nicht absolut wasserdicht ist, wie es eine Hardshell wäre, sondern wasserabweisend. Dafür isoliert diese deutlich besser als eine Hardshell. Dank der Dicke des Gewebes dringt Wasser nur selten ganz hindurch. Sie kann also gut als Übergangslösung bei milderen Temperaturen eingesetzt werden.
Kunstfasern
Kunstfasern gibt es viele verschiedene meistens werden diese aus Polyesterfäden hergestellt, die sich sehr stark in der Qualität unterscheiden. Doch insgesamt kann man sagen, dass der Vorteil von Kunstfaserjacken ist, dass sie günstiger in der Anschaffung sind, weniger anfällig auf Feuchtigkeit und relativ schnell trocknen . Darüber ob Kunstfasern auch im nassen Zustand noch ausreichend wärmen wie oft behauptet, streiten sich manchmal sogar die Experten. Was sicher ist, ist dass die Isolationsleistung von Kunstfasern bei jedem Waschgang etwas abnimmt was bei Daune bei richtiger Pflege praktisch nicht der Fall ist, dies über Jahrzenhte! Mittlerweile sind aber auch sehr leistungsfähige Kunstfasern auf dem Markt welche die Isolation von Daune zwar übertreffen aber für wie lange? Manche Hersteller bedienen sich auch einer Mischung aus Kunstfasern und Daune, um von den Vorteilen beider Materialien zu profitieren. An stark banspruchten, und druckintensiven Stellen wie Beispielsweise die Gurte eines Rucksacks wird dann auf Kunstfaser zurückgegriffen wie zum Beispiel bei der Mountain Equipment Annapurna Jacket. The North Face entwickelt zusammen mit der Firma Albany International, welche Primaloft herstellt, eine Kunstfaser welche der Daune in Isolationsleistung und Gewicht ebenbürtig sein soll. Primaloft ist eine der bekanntesten Kunstfaser-Füllung und bei vielen Herstellern in Gebrauch. Es existiert in drei verschiedenen Klassen Primaloft Black, Silver und Gold. In den zwei letzten Klassen existieren auch Daunen-Kunstfasern-Gemische, welche sehr nahe an die Leistung von Daune herankommen.
Daune
Was könnte die bessere Isolationsleistung bringen als die Natur selber? Daune hat hervorragende Isolationseigenschaften sowie ein sehr geringes Packmass wenn es komprimiert ist. Die Daune hat aber auch die Eigenschaft sich n ach einer Kompression relativ rasch wieder aufzubauschen, ganz abhängig von der Daunenqualität. Die Hersteller verwenden Entendaune oder die meistens noch hochwertigere Gänsedaune. Die Bauschkraft von Daune wird in Ruin angegeben. Hochwertige Daune hat hierbei eine Bauschkraft von 650cuin aufwärts bis hin zu 1000cuin. Leider ist es so, dass man für Gänsedaune deutlich mehr zahlt. Mit nur 10-15% mehr Entendaune also mehr Füllmenge bekomme ich eine ähnliche Isolationsleistung und bezahle dafür deutlich weniger. Meistens wurde die Daune hydrophobiert um weniger feuchtigkeitsanfällig zu sein. Wichtig bei Daune ist auf eine saubere Herkunft (Downcodex) der Daune zu achten, und man sollte sich im Vorfeld über den Hersteller, die Herkunft sowie die Art der Gewinnung der verwendeten Daune informieren. Die Daunenjacken findet man sowohl als leichte Midlayer sowie als 3rd-Layer in Form von sehr warmen Parkas oder Expeditionsjacken.
Den Daunenjacken wird im Verlauf des Herbstes 2020 noch speziell ein eigener Blogeintrag gewidmet, da diese kaum aus dem Bergsport und der Outdoorwelt wegzudenken sind.
Wolle
Wolle findet immer wieder mehr Anklang bei diversen Herstellern, dabei sind diverse Wolltypen von einfacher Wolle über Schurwolle und Merinowolle, bis hin zu Bio-Wolle im Einsatz. Es ist in vielen Hinsichten eine tolle Alternative sowohl für Daune, wie auch für synthetischen Isolationsmaterialien. Schurwolle hat sogar dank in den Fasern enthaltenen Hohlräumen, eine ähnliche Funktionsweise wie Daune. Durch die eingeschlossene Luft in den Fasern dichtet die Wolle sehr gut ab. Merinowolle ist eine der feinsten Wollsorten, und wird oft in Thermounterwäsche oder Socken verwendet. Wolle bietet alle Vorteile von Daune mit Ausnahme vom Packmass und Gewicht. Daune ist da einfach nicht schlagbar. Der Tragekomfort ist aber bei Wolle vergleichbar und dafür geniesst man dazu gewisse Vorteile von Synthetik. Sie nimmt wenig Feuchtigkeit auf und hält selbst im feuchten Zustand noch relativ warm, zudem hat sie die Eigenschaft Gerüche kaum aufzunehmen sollte man doch mal ins Schwitzen kommen. Wenn man also auf ein geringes Gewicht und kleines Packmass verzichten kann, dann ist Wolle eine gute, günstigere und vor allem auch natürliche alternative!
Welches das beste Isolationsmaterial ist muss schlussendlich jeder für sich entscheiden, ich will hier keines besonders schlecht reden. Als Isolationsschicht benutze ich zur Zeit im Aufstieg und bei normaler Kälte als das La Sportiva Palü in Kombination mit der Patagonia Micropuff Vest. Während den Pausen hat sich die Arc'teryx Cerium LT bewährt sollte es Mal kälter werden. Sie passt noch mit allen anderen Schichten unter der Hardshelljacke ohne zu sehr komprimiert zu werden. Beim anziehen unter einer Hardshell, darf die Daunenjacke nicht zusammengepresst werden, da sie sonst an Isolationsleistung verliert. Meine Frau hat sich für ein Merino-Langarmshirt in Kombination mit einer Mammut Aconcagua Vest entschieden. Eine sehr leichte Schöffel Kashgar Daunenjacke, welche man unter der Hardshelljacke tragen kann rundet das ganze ab und hält selbst bei kalten Tagen im Aufstieg warm. Alternativ dazu nutzt sie die Kunstfaserweste Northface Mashup Vest. Es wird sich noch zeigen ob eine wärmere Daunenjacke nötig ist, um bei einer Pause nicht Kalt zu bekommen.

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