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Test - Black Crows Ferox Freebird


Mit dem Ferox Freebird Tourenski bringt Black Crows einen breiten Freetourer auf den Markt, der vor allem in der Abfahrt seine Stärken beweisen kann. Mit 110 mm unter der Bindung, einem Radius von 21m und je nach Länge ca 3.6Kg Paargewicht bei 181cm Länge, ist er aber immer noch genug leicht um längere Aufstiege in Angriff zu nehmen. 

Die spezielle H-förmige 3D-Konstruktion soll für eine hervorragende Kraftübertragung sorgen, wobei Carbonverstärkungen die Torsionssteifigkeit erhöhen soll, dies bei geringem Gewicht. Der Holzkern, der mit Glasfaserverstärktem PU geschäumt ist, macht den Ski nochmals ein wenig leichter und soll dank der Gewichtseinsparung, den Einsatz als Tourenski ermöglichen. Der Rocker in Tip und Tail in Verbindung mit dem Camberprofil unter der Bindung soll für viel Drehfreude, bei gutem Kantengriff sorgen und auch bei hohen Geschwindigkeiten für die nötige Laufruhe verantwortlich sein...Das klingt eigentlich super, doch wie sieht es im Schnee aus?

the one and only - Ferox Freebird vor dem ersten Einsatz
the one and only - Ferox Freebird vor dem ersten Einsatz

Dieser Ski muss man nicht testen - dieser Ski muss man haben und fahren

Das war die Aussage eines Freundes von mir, unmittelbar bevor ich mich für den Ferox entschlossen habe. Dass so viel Wahrheit in dieser Aussage steckt, wusste ich zu diesen Zeitpunkt noch nicht. Die Frage die ich mir stellte (da ich nicht die Gelegenheit hatte ihn zu testen) war, wie würde sich der Ski mit dieser Breite im Aufstieg anfühlen?

Nach meiner Erfahrung der Vorletzen Skitour mit einem Skibruch bei einem Leichtski war ich zumindest beim Ferox überzeugt, genug Ski am Fuss zu haben, damit sowas nicht mehr vorkommt. Dank langer Diskussionen mit meinem Freund wurde mir klar, dass ich einen völlig falschen Weg eingeschlagen hatte, bei der Optimierung meiner Ausrüstung. 

Da ich der Meinung war, dass ein leichter Ski mit leichter Bindung und einem leichten Schuh alles leichter macht, auch weil ich für mich die Abfahrt als sekundär einstufte, hatte ich zuletzt den Dynastar Vertical Eagle mit einer ATK R12 Bindung kombiniert. Richtiger wäre aber: Habe ich einen leichteren Schuh mit einer leichten Bindung, kann ich in den Ski mehr Gewicht stecken um damit mehr Spass in der Abfahrt zu haben. Das Setup insgesamt ist so schon leicht genug für einen normalen Einsatz - ich will ja nicht den Berg im Eiltempo hochlaufen. Natürlich müssen die einzelnen Elemente aufeinander abgestimmt sein. Eine UL-Racebindung würde bei einem Ferox sicher keinen Sinn ergeben. Die R12 ist auch für den Ferox sehr gut geeignet, und lässt sich auch mit einem Freeridespacer verwenden. Man lernt eben nie aus. 

Erste Kurven mit dem Black Crows Ferox Freebird
Erste Kurven mit dem Black Crows Ferox Freebird

Taten statt Worte 

Nun dann, gehen wir diesen Ski fahren... Die Testtour war eine schöne gemütliche Tour, von Saanenmöser zum Wannehörli in bestem Powder. Der Aufstieg war erstaunlich angenehm trotz der Breite der Ski. Beim Queren bis 30°, kann ich kaum einen Unterschied zu meinem Movement Black Apple mit 87mm unter der Bindung feststellen. Klar war bei dieser Tour das Terrain nicht extrem steil und nicht viele Spitzkehren nötig, doch der Ski ist wirklich erstaunlich leicht und auch im Aufstieg wendig. Die Pomoca Pro S-Glide Felle wissen auch zu überzeugen mit sehr guter Gleitfähigkeit und einfachem Handling. Am Gipfel können diese bequem zusammengefaltet werden sodass beide Hälften aneinander geklebt werden.

Die länge von 181cm scheint bisher auch bestens zu passen. Meine Befürchtung er könnte aufgebunden ein wenig zu lang sein für meine Körpergrösse haben sich bisher nicht bewahrheitet. Auch aufgebunden, den Berg hoch, macht er eine gute Figur. Er fällt nicht extrem ins Gewicht und die Länge ist für meine Körpergrösse gerade noch akzeptabel. Vor allem im Abstieg, kann ein zu langer Ski am Rucksack am unteren Ende hängen bleiben, was natürlich auch eine Gefahr darstellen kann. 

Bevor ich mich für den Ferox Freebird entschied war ich noch nie auf so breiten Skis unterwegs. Das breiteste was ich bisher gefahren war, war der Early Bird Jackdaw mit seinen 108mm unter der Bindung. Ich war schon mit dem Jackdaw im Powder begeistert. In der Abfahrt ist der Ferox einfach genial. Wendig wenn man möchte, griffig, laufruhig auch wenn man Gas gibt und bietet einen sehr angenehmen Auftrieb. Mit Leichtigkeit lassen sich enge Kurven fahren ohne dass viel Kraft dafür aufgewendet werden muss. Die Flexibilität, an den richtigen Stellen hilft ihm wohl dabei. Will man aber eher lang gezogene Kurve fahren bei hohem Tempo, fährt man wie auf einer Schiene unabhängig von der Schneequalität. Im schweren nassen Schnee, war ich wirklich froh nicht meinen leichten Movement dabei zu haben. Auch da zieht er unbeirrt seine Spur und das merkt man auch! In steilen Couloirs ist der Ski sehr griffig und erledigt seinen Job hervorragend. 

 

Ein sehr gelungener Ski hat da die Skischmiede Black Crows aus Chamonix hier gezaubert, der wirklich auch das hält was er verspricht. Fahrspass ohne Ende und genug Reserven um Gas zu geben. Bleibt zu hoffen, dass er uns in den nächsten Jahren erhalten bleibt. Ich bereue jedenfalls keine Sekunde mich für diesen Ski entschieden zu haben. 

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