Allalinhorn 4027m 10.07-11.07.2019 Überschreitung

Mattmark-Schwarzbergkopf-Brittania-Hohlaubgrat-Allalinhorn-Feekopf-Täschhütte-Täschalp


Tourenbericht

Nun ist es soweit und die "Herausforderung" dieser Saison steht vor der Tür. Das Allalinhorn, aber nicht über die oft begangene Normalroute sonder über den Hohlaubgrat. Gebucht ist die Tour bei der Alpinschule Bergfalke als Traumtour, alleine mit einem Bergführer. Mir war es wichtig mit einem erfahrenen Bergführer zu gehen, damit er meine Fähigkeiten auch besser einschätzen kann im Bezug auf kommende Touren. Wieso eigentlich über den Hohlaubgrat? Weil diese Tour alles was man auf einer Hochtour antreffen kann bietet. Gletscher, einen Grat sowie Felskletterei. Die Route wurde von der Bergschule sehr schön gewählt,auch wenn ich zu Beginn nicht überzeugt war, ob ich das packen würde. Es geht vom Stausee Mattmark hoch zum Schwarzbergkopf über den Allalin- und Hohlaubgletscher zur Britanniahütte. Von da aus starten wir die eigentliche Besteigung des Hohlaubgrats. Vom Gipfel des  Allalinhorns soll es dann über den Feekopf zum Alphubeljoch gehen, runter zur Täschhütte um schlussendlich bei der Täschalp anzukommen, wo wir mit dem Alpentaxi abgeholt werden. Eine doch etwas längere Tour als ich mir vorgestellt hatte. Zwei Monate wurden dazu verwendet die Beine sowie die Ausdauer zu trainieren. Jeden Zweiten Abend steige ich auf mein Mountainbike um mindestens 15km bei durchschnittlichen 20km/h zu fahren.

 Der Rucksack ist gepackt, nur meine leichtesten Ausrüstungsteile dürfen mit. Eine optimale Gelegenheit den leichten Touren-und Klettergurt Mammut Zephir Altitude, sowie die neuen Bergschuhe Scarpa Ribelle Tech OD zu testen, welche ich mir dieses Jahr für die wärmeren Hochtourentage gegönnnt hatte. 

 

Gut gelaunt aber ein wenig angespannt geht es von Bern nach Visp, wo ich auf das Postauto umsteige um das Saastal zu erreichen. In Saas Grund begegne ich zufälligerweise meinem Bergführer, der auch mit dem selben Postauto angereist war. Ein auf Anhieb sympatischer Bergführer mittleren Alters, mit reichlich Erfahrung und spannenden Geschichten auf Lager. Schon bald merkte ich, dass ich mich super mit ihm verstehen würde und war schon etwas beruhigt schon Mal einen Bergführer ganz nach meinem Geschmack erwischt zu haben.

 Nach einem kurzen Anstieg auf dem Wanderweg der dem See entlang läuft, geht es dann rechts steil den Hang empor auf einem Alpinen Wanderweg (Blau-Weiss) um zu Schwarzbergalp zu gelangen. Der Weg ist gut sichtbar doch erfordert gute Trittsicherheit. Auf der Schwarzbergalp angekommen bietet sich eine wunderschöne Aussicht auf den Mattmarksee in Mitten von  imposanten Ehringerkühe. Der Bergführer legt das Tempo vor - bisher ist es angenehm und ich kann gut mithalten ohne ans Limit zu gehen. Das Training der letzten Monaten auf dem Bike zahlt sich aus. 

 Wir gehen direkt an der Alphütte vorbei weiter auf einem immer steiler werdenden Bergweg. Schon bald sehen wir die ersten Hinterlassenschaften von Steinböcke und auch Murmeltiere kann man hören. Und plötzlich steht einer da... ein Steinbock. Es ist Jahre her, als ich in Zermatt die Gelegenheit hatte diese prächtigen Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Ein eher junges Tier. Auf einem kleinen Plateau angekommen, beschliessen wir eine Pause einzulegen, bevor wir das Schwarzberghorn zu Ende erklimmen. Die Hütte ist kurz vor dem Schwarzbergkopf in Sicht, und man könnte meinen gleich ist man da. Doch das täuscht, denn der Weg über beide Gletscher zieht sich. 

Im Zickzack geht es auf den Gletscher runter, über kleinere Steinfelder. Einige kleine Spalten sind zu sehen, welche ohne Probleme überlaufen werden können.  Weiter weg jedoch des mit Pfosten markierten Pfades, kann man deutlich grössere Spalten erkennen. Wir bleiben jedoch unangeseilt sowie ohne Steigeisen bis zur Hütte, da die Bedingungen es ermöglichen. In der Mitte der beiden Gletscher, befindet sich eine grosse Moräne welche durchquert werden muss. Der letzte Schlussaufstieg zur Hütte ist wohl noch da, damit man sich das erfrischende Getränk in der Britanniahütte wirklich verdient hat, und auch den schaffen wir noch. Praktisch 1000m höher als unser Startpunkt am Morgen werden wir die Nacht in der Britanniahütte verbringen. Dank dem dass wir Sonntag bis Montag gebucht haben ist diese nicht stark besucht. Das Zimmer bietet eine wunderschöne Aussicht auf den Hohlaub- und Allalingletscher und Steinböcke hat es bei der Hütte im Sommer scheinbar jeden Tag. Sie sind überhaupt nicht scheu und kommen bis auf wenige Meter von der  Hütte entfernt. Eine Gruppe von ca. 7-8 Steinböcke und einigen Jungtiere ist immer wieder zu sehen, ein geniales "Fernsehprogramm". Kurz vor dem Nachtessen entscheiden wir uns noch den kurzen 10 Minuten langen Aufstieg zum Klein Allalin in Angriff auf dem Schlussteil des Geologischen Pfades zu nehmen und geniessen die Rundumsicht vom Gipfel.Am Ende des Saastals, kann man den Mattmarkssee erkennen. Als es allmählich kühler wird kehren wir zur Hütte rechtzeitig für das bevorstehende Nachtessen. Das Essen, an dem Tag Suppe, Salat, Hamme und Kartoffelstock, ist der Hammer so dass wir uns gut über Nacht erholen werden. Schon bald nach dem Essen geht es in Richtung Bett, da wir um Vier Uhr geweckt werden von einer Crewmitarbeiterin.

 

Die Nacht war für eine Hüttenübernachtung erstaunlicherweise  sehr erholsam, sodass wir um kurz vor fünf nach dem Morgenessen bereit stehen mit der montierten Stirnlampe. Gegessen habe ich praktisch nichts, da es noch viel zu früh war für meine Verhältnisse. Die ersten Meter geht es noch zurück auf dem selben Weg, wo wir am Vortag auch schon hinauf kamen, doch auf dem Hohlaubgletscher angekommen geht es auf diesem hoch. Kurz bevor wir auf dem Gletscher kamen werden die Steigeisen montiert, da der Schnee am morgen noch gefroren ist. Schritt für Schritt werden die Beine wärmer und das vom Bergführer vorgegebene Tempo ist wie am Vortag schon angenehm. Etwa alle Stunden werden wir eine kleine Pause machen. Der Gipfel vom Allalinhorn ist zwar noch in weiter Ferne, aber ich bin sehr motiviert, trotz der kurzen Nacht. Auf dem Weg nach oben bis auf dem Gletschersattel sind wir noch im Dunklen, doch wir sehen schon dass die Sonne bald aufgehen wird. 

Als die Sonne aufgeht machen wir die erste Pause und trinken etwas. Schnell werden die Isolationsjacken zu warm um weiter mit ihnen aufzusteigen. Wir haben bereits gute 300 Höhenmeter hinter uns gelassen, sind also völlig im Zeitplan, und zu befürchten dass man bei der Felsstufe vor dem Gipfel anstehen müsste, müssen wir zum Glück nicht. Wir sind an diesem Tag alleine auf dem Hohlaubgrat. Auf dem Grat angekommen, steigen wir  langsam aber stetig (die Worte vom Bergführer) weiter hoch, und ich weiss noch nicht ob ich den Abstieg zur Täschhütte auch noch packen werde. Aber es bleibt noch Zeit um mich zu entscheiden. Der Himmel ist mittlerweile ein wenig bewölkt mit einer durchgehenden Hochnebelschicht, doch die Sonne ist trotzdem noch den ganzen Tag sichtbar. An der Felsstufe angekommen habe ich ein Energietief, doch ich weiss dass der Gipfel ist nicht mehr weit ist und reisse mich nochmals zusammen. 

Der Fels im zweiten Schwierigkeitsgrad stellt eigentlich auch kein grosses Problem dar und nach einer ca. 30m langen Kletterei stehen wir auf dem Gipfelgrat, das Gipfelkreuz in Sicht. Die letzten Meter hinter uns, stehen wir beim Gifpelkreuz und ich bin einfach nur froh, dass ich mich bisher nicht überschätzt hatte. Ich geniesse den Moment und die Aussicht nach der Ankunft solange ich noch kann, oder anders gesagt bevor ich meine Isolationsjacke anziehen muss. Dank der Sonne ist es auf 4027m ca. ±0 C° warm - mit dem Wind und dem feuchten Baselayer  eher kalt. Nach einer kleiner Stärkung und einer etwas längeren Pause alleine auf dem Gipfel, nehmen wir den Abstieg in Angriff. 

Wir sind auf dem Feejoch angekommen und der Bergführer meint: "Es bleiben noch 80 Höhenmeter bis zum Feekopf, die schaffst du auch noch. Es ist bloss einfache Kletterei wie vorhin". Die ersten welche die Normalroute begehen kommen uns entgegen und nach einer kurzen Pause, schlussendlich vom Ehrgeiz, gepackt entscheide ich mich für diese Variante statt für den Abstieg via Normalroute. Wir ziehen die Steigeisen ab bevor es auf dem eindrücklichen Felsgrat zum Feekopf geht. Ich muss sagen, dieser Abschnitt  ist nicht ohne und ich bin froh dass mich der Bergführer sichert und ich nicht vorsteigen und jemanden sichern muss. Links und rechts gähnende leere und ein Fehltritt kann wahrscheinlich hier sehr unangenehme Folgen haben. ohne Steigeisen haben wir aber auf dem Felsen optimalen Grip. Doch alles geht prima und wir stehen nach etwa 30 Minuten Kletterei auf dem Feekopf, wo wir schon auf das Alphubeljoch und dem Alphubelgrat blicken können. "Unsere dritte Variante würde jetzt noch auf den Alphubel bringen" meint der Bergführer, doch dazu reichen heute die Kräfte definitiv nicht mehr. Im nachhinein wäre es aber ziemlich sicher reine Kopfsache gewesen! Aber ich war überglücklich bisher alles gepackt zu haben und wir nehmen den Weg zur Täschhütte über den Aplhubelgletscher in Angriff. Wir sind auf dem Feejoch angekommen und der Bergführer meint: "Es bleiben noch 80 Höhenmeter bis zum Feekopf, die schaffst du auch noch. Es ist bloss einfache Kletterei wie vorhin". Die ersten welche die Normalroute begehen kommen uns entgegen und nach einer kurzen Pause, schlussendlich vom Ehrgeiz, gepackt entscheide ich mich für diese Variante statt für den Abstieg via Normalroute. Wir ziehen die Steigeisen ab bevor es auf dem eindrücklichen Felsgrat zum Feekopf geht. Ich muss sagen, dieser Abschnitt  ist nicht ohne und ich bin froh dass mich der Bergführer sichert und ich nicht vorsteigen und jemanden sichern muss. Links und rechts gähnende leere und ein Fehltritt kann wahrscheinlich hier sehr unangenehme Folgen haben. Ohne Steigeisen haben wir aber auf dem Felsen optimalen Grip. Doch alles geht prima und wir stehen nach etwa 30 Minuten Kletterei auf dem Feekopf, wo wir schon auf das Alphubeljoch und dem Alphubelgrat blicken können. "Unsere dritte Variante würde jetzt noch auf den Alphubel bringen" meint der Bergführer, doch dazu reichen heute die Kräfte definitiv nicht mehr. Im nachhinein wäre es aber ziemlich sicher reine Kopfsache gewesen! Aber ich war überglücklich bisher alles gepackt zu haben und wir nehmen den Weg zur Täschhütte über den Aplhubelgletscher in Angriff.

Der Schnee ist mittlerweile weich geworden und es ist eher ein hinabrutschen als laufen. Immer wieder kommen wir an kleine Gletscherseen vorbei, laufen über vom Gletscher glattpolierten Felsen und über Schneefelder. Die Täschhütte ist in der ferne schon zu erkennen und der Gedanke an eine eiskalte Cola gibt mir nochmals Energie bis zur Hütte. Kurz vor der Hütte kommen wir zu einem weiteren persönlichen Highlight der Tour; auf eine Wiese mit sehr vielen wunderschönen  Edelweiss vorbei, etwas was man in den Alpen auch nicht alle Tage sieht. Auch diverse Hauswurzarten sowie Orchideen sind hier zu sehen eine richtige Blumenpracht, welche schon bald am verwelken sein wird. Von weitem sehen wir schon die Hüttenwartin, welche den mittlerweile hungrigen Bergführer kennt. Die Hütte ist wirklich auch sehr hübsch und ich werde diese garantiert in einer weiteren Tour ansteuern. Ein netter Berner setzt sich noch zu uns und beide gönnen sich leckere Walliser Spezialitäten. Die Teller sehen wirklich sehr gut aus doch da ich noch nicht wirklich hungrig bin, beschliesse ich nur die wohlverdiente Cola zu geniessen. Der weg von der Hütte zur Täschalp ist ein einfacher Wanderweg den wir in einer guten Halben Stunde noch hinter uns bringen, geplant war eigentlich praktisch eine Stunde. Hier machen wir noch unsere letzte Pause bis das Alpentaxi von Täsch aus uns abholen wird. Müde aber überglücklich setze ich mich ins Taxi und wir lassen den Tag bei gemütlichen Gesprächen im Zug bis nach Spiez ausklingen wo sich unsere Wege trennen. Wir werden uns aber garantiert wieder sehen - es war ein Topbergführer! Ich entschuldige mich für die wenige Fotos, diesmal stand aber definitiv die Leistung im Vordergrund... In der Britanniahütte-Tour gibt es mehr Bilder zu sehen.

Fazit: ☆☆☆☆☆/☆☆☆☆☆

Sehr lohnenswerte, aussichtsreiche und konditionell  etwas anspruchsvolle Tour. Kletterei ist nicht zu unterschätzen, aber gut zu meistern! Es Empfiehlt sich eine Nacht mehr in der Höhe zu verbringen Zwecks einer guten Akklimatisierung . Tour die aber technisch gut zu meistern ist wenn man Bergerfahrung hat und gute Kondition besitzt. Die Hütte war der absolute Hammer und ist auf jeden Fall einen Besuch Wert, alleine wegen der aufgestellten und angenehmen Crew, der Aussicht und der vierbeinigen Besucher - die Steinböcke! Das Essen war absolut einwandfrei! Bei der Täschhütte im Abstieg lassen sich sogar Edelweisse bestaunen, sowie köstliche Walliserspezialitäten können da verspeist werden.


Art der Tour: Geführte Zweitagestour mit Hüttenübernachtung.

Daten: 1.Tag: 4 km, 950m Aufstieg, 150m Abstieg / 2.Tag:  ... km, ...m Aufstieg, ...m Abstieg

Merkmale: Aussichtsreich, Mattmark bis Britanniahütte T4 Alpinwanderweg 

Kondition: mittel

Technisch: WS+II

geeignet für: alle mit guter Kondition und den nötigen alpinen Kenntnissen, eine wunderschöne und abwechslungsreiche Hochtour in Begleitung eines Bergführers

Hunde: durchaus vorstellbar für sportliche Vierbeiner bis Britanniahütte, vielleicht mit Geschirr zur Sicherung auf dem Gletscher. Um mit dem vierbeinigen Bergsteiger auf den Gipfel zu stehen, eignet sich die Normalroute deutlich besser


Diese Tour findest du bald zum Download auf Outdooractive.com