Balmhorn 3698m mit Biwak,


Planung

Anfahrt mit  dem Auto via Kandersteg zum Parkplatz in der nähe des Berghotels Waldhaus auf 1352m wo wir zur Tour aufbrechen.  Entlang des Schwarzbaches zum Gurnigel auf ca 1700m. Unterhalb des Arveseeli vorbei bis kurz vor dem Berghotel Schwarenbach, um anschliessend zur Schwazzgletschermoräne abzubiegen. Dort befindet sich der Biwakplatz auf ca. 2100m, den wir nutzen möchten

sofern er nicht besetzt ist. Dies ermöglicht uns mit einem geringeren Gewicht auf dem Gipfel auf 3698m zu steigen und die doch zahlreichen Höhenmetern auf zwei Tage aufzuteilen. Wir werden auch die Gelegenheit nutzen um die weitere Route zu Planen, sowie die wichtigsten Schlüsselstellen nochmals zu besprechen und gegebenenfalls überdenken. Am nächsten Morgen geht es um 6.00h früh Bergauf mit Steigeisen und Pickel zum Zackenpass, um dann über den Zackengrat den Gipfel des Balmhorns zu erreichen. Der Abstieg führt uns über die gleiche Route.

Tourenbericht

Die Tour auf das Balmhorn war eine schon letztes Jahr geplante Tour welche jedoch ins Wasser fiel, da mein Tourenpartner leider krank war. Dieses jahr war er jedoch gesund und  voll motiviert dieses Abenteuer mit mir in Angriff zu nehmen. Das Wetter naja immerhin ist kein Hagel und erst am Sonntag Ende Nachmittag ist Gewitter angesagt. Klar ist wir wollen nur bei einigermassen gutem Wetter am Sonntag Morgen den Aufstieg zum Gipfel wagen. 

Es wird auch neues Equipment geben welches getestet wird das Zelt Vango F10 Arete, die Isomatte Z-Lite Solar von Thermarest . Die Matte wurde eigentlich für den Wintereinsatz angeschafft doch da eine unserer Thermarest Neo Air All Season ein irreparables Leck hat (unser Hund sei dank) mussten wir eine alternative finden. Als Schlafsack haben wir uns für die leichte variante entschieden und den Carinthia XP-Top mitgenommen. Näheres zum Schlafsack findest du unter der Rubrick Tourenausrüstung.

Die Schuhe werden noch einmal gereinigt, überprüft und mit Wachs behandelt, die Steigeisen sowie der Pickel auf Risse oder sonstigen technisch relevanten Makeln kontrolliert. Obwohl ich nur bei guten Wetter ohne starkem Niederschlag auf den Weg mache wollte ich es nicht vernachlässigen wasserdichte Kleidung mitzunehmen, da das Wetter in den Bergen immer umschlagen kann. Dieses Mal werde ich mit meiner DSLR und dem kleinen Stativ Gorilla Pod im Ultralight-Modus unterwegs sein. Die zwei Akkus sind Geladen und eine Möglichkeit diese sowie das Smartphone unterwegs zu laden besteht auch dank einer kleinen aber leistungsfähigen Powerbank. Früh morgens starten wir Richtung Berner Oberland und kommen etwa um 10.00h in Kandersteg an. Nachdem wir uns von Frau und Hund  verabschiedet hatten und mit der Gondel zur Bergstation Sunnbüehl hochgefahren waren erwartete uns prächtiges Wetter auf der wunderschönen Spittelmatte mit dem Schwarzbach und ein wenig weiter dem Arvenseeli. Am Gällihore Klettern schon mehrere Seilschaften. Der weg RIchtung Berghotel Schwarenbach ist gut begangen und wir sind definitiv nicht die einzigen, die einen Gipfel oder eine Überschreitung im Sinn haben. gemütlich geht es über die Ebene und wir sind schon bald auf der Höhe des Tals wo der Aufstieg beginnt. Leider sind wir schon zu weit und müssen über den Schwarzbach einen Weg finden. Nach einer abenteuerliche Überquerung geht es dann weiter zuerst durch saftige Wiesen um dann in immer karger werdendem Terrain anzukommen wo wir unsere erste Pause nach gut 1.5h einlegen. Vor uns liegt die gewaltige Seitenmoräne des Schwarzgletschers wo ein schmaler Pfad hinauf führt. Der weg auf der Moräne ist schmal von Beginn an und wird schmäler bis nur noch beide Füsse  neben einander platz haben. Ein denkbar schlechter Ort für einen Misstritt oder unaufmerskames gehen. Nach einer Weile entdecken wir den eigentlichen Weg am Fuss der Moräne. Er sieht zwar nicht viel besser aus als die Moräne,mit dem Unterschied dass hier keine Absturzgefahr herrscht sodass wir zu diesem von der Moräne hinuntersteigen.  Es ist heiss und unsere Wasservorräte neigen sich dem Ende zu. Wir haben geplant bei einer Wasserquelle zu biwakieren um nicht unnötig Wasser mitschleppen zu müssen. Der Weg zieht sich und wir sehen in der Weite die ersten Zelte bei den untersten Biwakplätze. Die untersten Plätze sind auf einer grösseren Fläche sodass hier viele Platz haben, auch wir,  doch wir wollen so lange wir mögen noch weitersteigen bis zum nächsten Biwakplatz. Dort kommen wir kurz mit zwei herunterkommenden ins Gespräch welche uns ein grosser Teil ihrer Trinkreserven überliessen! Ein grosses Dankeschön an die zwei Jungs! Etwa 20 Minuten Später erreichen wir den besagten Biwakplatz und fangen sofort mit dem Aufstellen des Zeltes an. Der Boden ist relativ uneben wegen der vielen Steine ( Man schläft ja auf der Möräne bzw.  je nach dem dem Gletscher selber).

Das Vango Zelt ist mit seinen 1540g ein sehr leichtes 2 Personen Zelt doch ich habe es für den Soloeinsatz im Winter ausgewählt. Es ist kompakt und bietet aufgebaut trotzdem angenehm Platz. Ein weiteres Kriterium das bei der Auswahl des Zeltes eine Rolle spielte war ob man darin Sitzen kann ohne mit dem Kopf an das Zelt zu kommen bei längerem Aufenthalt im Zelt im Winter.  Die Verarbeitung der Nähte ist gut. Einziges Manko: dadurch dass es sehr leicht ist wurde an gewissen Stellen gespart, dies hat zur Folge dass die Heringschlaufen mit dem Regelschieber aus Hartplastik klein sind und nicht sehr Robust aussehen. Ich würde mit Wanderschuhen auf jeden Fall nicht darauf stehen wollen.

Die Thermarest Z-Lite Solar kommt nun auch zum Einsatz ist kompakt, leicht und wirklich erstaunlich bequem selbst auf diesem Untergrund. Ein grosses Plus ist auch ihre Fähigkeit hervorragend die vom Körper abgestrahlte Wärme zu reflektieren sodass man es auch deutlich merkt. Ein Detail das im Winter sicher von Vorteil sein wird! Nachdem wir das Zelt aufgestellt haben und das Nachtlager steht, geniessen wir im atemberaubenden Sonnenuntergang über dem Tschingellochtighorn unsere Noodlesoup mit Trockenfleisch und frischem Wasser aus dem nahegelegenen Bach. Besonders beeindruckend sind die Gletscherzungen die vom Rinderhorn her ständig Material verlieren und ein spektakuläres Schauspiel bieten. Auch deshalb sollte man beim Aufstieg möglichst links gehen und nicht unterhalb der Felswände vom Rinderhorn seine Route planen. Dennoch haben wir einige gesehen die diesen Weg sowohl für den Aufstieg wie auch für den Abstieg benutzten. Eigentlich sollten wir früh schlafen doch der Sternenhimmel lädt zum träumen ein was uns am nächsten Morgen noch zum Verhängnis werden sollte. Wir legen uns schlafen und haben uns darauf geeinigt nur bei gutem Wetter zu Starten.

Um 5 Uhr geht nach einer angenehmen Nacht auf der neuen Matte der Wecker los und ich kraxle aus dem Zelt. Das Wetter ist Traumhaft und könnte nicht besser sein. Mein Tourenpartner schläft noch tief und entscheidet sich noch nach kurzem aufwachen doch noch ein wenig zu schlafen obwohl der erste Bergsteiger mit der Stirnlampe beim aufstieg zu sehen ist. Nach einer weiteren Stunde Schlaf machten wir uns aber nach einem kurzen Morgenessen um 7.30h auf den Weg zum Zackengrat der von unserem Biwakplatz aus aussieht als wäre es eine vertikale unbezwingbare Wand. Der Vorteil nicht als erstes unterwegs zu sein ist aber, dass wir in Ruhe vom Biwak aus die anderen Gruppen beim Aufstieg beobachten konnten und auch  so unsere Route optimal planen. Der weg bis zu den Firnfelder ist äusserst mühsam und man kann sich gut vorstellen was es heisst ein Steinbock zu sein bloss ohne deren Geschicklichkeit.

Auch da benötigen wir mehr Zeit als wir eigentlich gedacht hatten.  Der Aufstieg ist Steil und die Strecke am Vortag hatte uns beide überraschend ermüdet und das Knie meines Tourenpartners machte sich langsam bemerkbar. Angekommen bei den Firnfelder entscheiden wir uns dann für das gehen mit Steigeisen und gehen nach einer Pause weiter. Um etwa elf Uhr erreichen wir etwas erschöpft den Zackengrat. Die Aussicht ist genial. Wir beschliessen da zu rasten und  Kraft zu sammeln für den weiteren Aufstieg. Der Weg über den Grat schien relativ unkompliziert aber das Gipfelkreuz war am Horizont knapp zu erkennen sodass wir entschieden umzukehren, der Weg erschien uns einfach zu Weit. Nicht um Hinzukommen sondern um rechtzeitig zurückzukehren.  Die Überlegung war, dass wenn wir weitergehen würden und das Wetter wie Angekündigt noch umschlagen, würden die Gewitterwolken  genau auf uns treffen wenn wir uns etwa wieder auf Höhe Zackengrat gewesen wären. Ausserdem kam noch das Argument der letzten Gondel die Talwärts fährt und die Aussicht wäre vom Gipfel nicht bedeutend anders gewesen sodass wir nach dem Fotografieren den Zackengrat verliessen und abstiegen. Der Zustand des Schnees hatte sich wegen der Sonneneinstrahlung stark verschlechtert und viele Steinbrocken wurden Opfer einerseits von der Schwerkraft andererseits vom Schmelzen und kommen dadurch ins rollen, es ist also Vorsicht angesagt! Beim Biwak angekommen waren wir froh hatten wir uns dafür entschieden umzukehren Dicke Wolken stehen nun am Zackengrat und der Donner ist zu hören. Über dem Thunersee stürmt es regelrecht nur da wo wir sind bleibt es trocken. Ich muss sagen ich war nicht enttäuscht den Gipfel zu erreichen. Wir haben alles richtig getan und nun wissen wir worauf wir uns nächstes Jahr vorbereiten müssen.



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