Es ist Morgen früh und ich sitze im Zug von Bern ins Wallis, wie es aussieht hatten auch andere die gleiche Idee doch es lässt sich ein gemütlichen Platz im überfüllten Zug finden. Heute geht es aufs Breithorn zum ersten Mal mit der Mammut Alpine School. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit einem der Orte, die mir immer mit den schönsten Erinnerungen beschert hatte, Zermatt.
In Zermatt angekommen, begebe ich mich zum vereinbarten Treffpunkt, wo bereits die Bergführer auf die Gruppe warten. Wir sind 8 und manche brauchen noch Ausrüstung sodass ich schon bereits Zeit habe den Bergführer und die Bergführer Aspirantin ein wenig kennen zu lernen. Die Gruppe scheint auch angenehm zu sein und wir machen uns auf den Weg Richtung Gondelbahn. Die Infrastruktur in Zermatt ist unglaublich, und noch weiter ausgebaut im Vergleich zum letzten Mal als ich da war. Es sind aber ein Paar Jahre her als ich noch mit dem Downhillbike unterwegs war. Wir können sogar bis zum Trockenesteg sitzen bleiben und erreichen nach kurzer Zeit die wunderschöne Gandegghütte eine kleine, hübsche Berghütte wie aus dem Bilderbuch. Die Aussicht ist atemberaubend und die Wirte sehr freundlich. Das Essen war super und ich werde sehr gerne im 2019 zurückkommen. Da ich noch nichts gegessen hatte und bevor es auf den nahe gelegenen Gletschter geht, gönne ich mir eine Käseschnitte. nicht gerade die 4000er Kost, doch der stand erst am nächsten Tag an.
Da viele in der Gruppe noch nie Steigeisen benutzt hatten und auch nicht am Seil gelaufen waren wurden sie noch dementsprechend darin eingeführt. Der Schnee ist hart, es ist windig und wir befinden uns schon auf 3200m, der Himmel ist bewölkt. Das Breithorn lässt sich ab und zu Blicken, kaum zu glauben dass die Besteigung dieses Kolosses so "einfach" sein soll. Doch ich mache mir keine Sorgen um mich. Die kleine Tour verläuft super und wir kehren als es allmählich kälter wird zur Hütte zurück und beziehen unser Zimmer. Selbst das Mehrbettzimmer bietet eine unglaubliche Panorama Aussicht über den Gornergletscher. Ich bin rundum zufrieden, bis auf die "Wahl"meines Bettnachbar, der wie sich in der Nacht herausstellen sollte nicht nur wie eine Säge Klang sondern auch noch Gespräche während dem schlafen führte. Am Morgen erwartet uns ein Sonnenaufgang der Superlative, keine Spur mehr von irgendeiner Wolke. Das Breithorn Zeigt sich in seiner ganzen Pracht und ich kann es kaum erwarten los zu marschieren. Vom Trockenesteg geht es nochmals mit der Matterhorn Glacier Bahn hinauf bis auf 3800m, dort werden wir die Besteigung starten. Als Wir dort ankommen stellen wir fest, dass mein Bettnachbar keine Handschuhe dabei hat, was in 4000m Höhe selbst bei gutem Wetter keine besonders gute Idee ist und müssen noch welche besorgen. Zum Glück befindet sich auch hier ein kleiner Laden wo er sich dann fertig ausrüsten kann. Nun Seilen wir uns an und laufen los. Der Wind zieht über das Breithornplateau und die Böhen halten uns ein wenig auf. Ich geniesse den Blick der Berge welche rundherum liegen, es sind die Momente in denen Ich abschalten kann. Am Fuss des Breithorns angekommen, legen wir eine kleine pause ein um noch letzte Kräfte für den Aufstieg zu sammeln. Mit den Steigeisen an den Füssen geht es nun Weiter auf einer sehr gut sichtbaren Spur. Wir sind Nicht die einzigen auf dem Weg zum Gipfel, doch gehören zu den ersten Gruppen. Die Spur verläut mässig steil und ist sehr angenehm zu laufen. Wir überqueren eine kleine Gletscherspalte, welche wie sich später Herausstellen sollte die einzige "Schlüsselstelle" der Tour war. Die Anstrengung hält sich in Grenzen, kein Vergleich mit dem Bishorn, bei dem man am ersten Tag schon 1600 Höhenmeter bis zur Hütte bewältigen muss. Ich kann es richtig geniessen. Auf 4000m angekommen sind wir auf dem Grat und es trennen uns nur noch wenige Meter vom Gipfel. Nochmals etwas trinken und dann in gemütlichem Tempo weiter. Geschafft! Wir stehen auf dem Gipfel und es weht ein starker Nordwind. Die Aussicht welche sich uns bietet ist gewaltig und obwohl es sicher nicht das erste Mal ist, dass ich diese geniessen darf , lösen solche Momente immer noch die selbe Faszination in mir aus. Eine Mischung aus Bewunderung, Ehrfurcht, Demut und das Gefühl ein Floh in einem Hundefell zu sein. Ich bin überglücklich denn ich darf im Abstieg meine Seilschaft anführen.
Zurück in der Bergstation Glacier Paradise lassen wir noch einmal das Erlebte Revue passieren, bei gemütlichen Gesprächen und einem kühlen Bier.
Die Bilder die hier entstanden sind konnten nur dank des unglaublichen Einsatzes des Mammutstore Bayard Sport Zermatt und der Zermatter Bahnen gerettet werden, nachdem ich meine NikonD5500 dort liegen gelassen hatte! Sie wurde vom Laden an den Zugführer übergeben und konnte in Täsch abgeholt werden! Vielen, herzlichen Dank ihr seit die Besten!!!
Sehr lohnenswerte, aussichtsreiche und konditionell eher einfache Tour. Es Empfiehlt sich eine Nacht mehr in der Höhe zu verbringen Zwecks einer guten Akklimatisierung . Tour die aber technisch gut zu meistern ist wenn man Bergerfahrung hat und gute Kondition besitzt. Die Hütte war der absolute Hammer und ist auf jeden Fall einen Besuch Wert, alleine wegen der Käseschnitte!
Art der Tour: Geführte Zweitagestour mit Hüttenübernachtung.
Daten: 1.Tag: 4 km, 200m Aufstieg, 200m Abstieg / 2.Tag: ... km, ...m Aufstieg, ...m Abstieg
Merkmale:
Kondition: mittel
Technisch: L (SAC-Hochtourenskala)
geeignet für: alle mit guter Kondition und den nötigen alpinen Kenntnissen, eine gute Einsteigertour in Begleitung eines Bergführers
Hunde: Hundetauglich für sportliche Vierbeiner.