Tag 1 - Fels
Aufgebrochen sind wir dieses Mal zu einem Ausbildungskurs auf Fels und Eis. Die Ziele sind klar einen Tag im Fels einen tag auf dem Gletscher um neue Techniken vom Profi zu lernen. Der Bergführer war von Anfang an sehr angenehm und es entstanden sofort interessante Gespräche. Wir starteten um etwa elf Uhr zum ersten Tag im Fels. Zu unserer grossen Freude waren die zwei anderen Kursteilnehmer alte Bekanntschaften aus der besuchten Lawinenausbildung. Schnell noch den Rucksack umgepackt, statt Steigeisen werden nun die Kletterfinken, Helm und das Klettermaterial eingepackt, dann gehen wir los. Wir wandern Richtung Steingletscher bei bestem Wetter am wunderschönen Gletschersee vorbei und kommen schon bald bei technisch relativ einfachen aber trotzdem imposanten Felswänden und Formationen an (die genaue Routenbeschreibungen folgen noch). Da wir bei weitem nicht die einzigen sind beschliessen wir zuerst einen geeigneten Platz zum Klettern um danach mit einem kurzen Teil Theorie über Knoten, Seile und Sicherheit loszulegen. Die Routen sind perfekt für Kletteranfänger, die Bohrhaken in angenehmen Abständen angebracht und die Stände sind Top ausgerüstet. Das Gelände hat hervorragende Griffe für Hände und Füsse und ist recht einfach (zumindest auf den von uns begangenen Routen). Das gesamte Gebiet ist ziemlich gross, doch auch dementsprechend gut besucht, hier ist gegenseitiges Entgegenkommen gefragt.
Nachdem wir bis zum ersten Stand geklettert waren, das Sichern und die Knoten klar waren kamen wir zum Abseilen mit dem Abseilachter um uns dann nach einer kurzen Rast den Mehrseillängen zu widmen. Und wir Zogen Los auf der Route Er-Ich (nach dem Ersteller benannt). Der Bergführer gab uns zahlreiche Tipps und Tricks über das Klettern im allgemeinen und über verschiedenste Ausrüstungsteile und dessen sicheren Gebrauch. Nach einer Pause am letzten Stand und dem kurzen Genuss der Aussicht machen sich alle bereit für das Abseilen. Auf der Rückreise finden noch zahlreiche interessante Gespräche über vergangene und kommende Abenteuer, Erfolge und Niederlagen. Wir bekamen vom Bergführer die Schlüssel zu unserem gebuchten Doppelzimmer im Alpincenter Steingletscher welches sehr angenehm war. Allgemein war die Unterkunft sehr gut und das Essen war hervorragend! Nicht allzu spät und gestärkt vom feinen "Z'Nacht" gehen wir alle müde ins Bett und freuen uns auf den kommenden Tag auf dem Gletscher.
Tag 2 - Eis
Früh morgens starten wir nach einem üppigen Morgenessen um 8.00 Uhr mit dem Auto zum Parkplatz Umpol wo wir dann zu Fuss weitergehen. Obwohl es nicht sehr warm ist haben wir auf einer Jacke verzichtet, da wir beim Aufstieg etwas wärmer haben werden. Zuerst durch eine wunderschöne Ebene über Schotter, Schnee und Bachläufe um dann langsam aber in regelmässigem Tempo zum Steingletscher aufzusteigen. Von da aus hat man eine Wunderschöne Aussicht auf die Seen welche der Gletscher zurückgelassen hat bis zum Alpincenter Steingletscher. Bald erblicken wir den Gletscher und an seinem Tor eine riesige Gletscherspalte und es wird Zeit die Steigeisen anzuziehen und sich anzuseilen. Etliche Gruppen sind im Hang am Gletschertor dabei sind die wenigsten angeseilt. Es ist nicht schwierig zu erkennen was geschehen würde, wenn einer abrutschen würde. Offenbar es haben eben nicht alle bei der richtigen Bergschule angeklopft. Nach einer kurzen Pause traversieren wir in gemütlichem Tempo das Firnfeld bis zum Gletscher in einer 4-er Seilschaft.
Auf dem Gletscher angekommen weht ein kühler Wind und wir sehen uns gezwungen die Hardshelljacken anzuziehen um vom Wind geschützt zu sein, üben das Steigeisengehen in verschiedenen Situationen (da noch nicht alle die selbe Erfahrung mit Steigeisen hatten) und fahren dann mit den Sicherungsmethoden auf Eis weiter. Nachdem alle vier eine Verankerung im Eis mindestens ein Mal selber erstellt hatte wurde diese noch auf Herz und Niere getestet um uns zu zeigen wie viel eine gut erstellte Verankerung in Eis eigentlich aushält. Während des Abstiegs zurück zum Start wo wir die Steigeisen angezogen haben üben wir das gehen am kurzen Seil sowie die Spaltenrettung und den Bau vom T-Anker in verschiedensten Varianten welche auch ohne Pickel möglich sind. Getestet haben wir Gegenstände, die wir dabei hatten oder finden konnten z.B. eine PET Flasche, ein flachen grösseren Stein ein verknotetes Seil usw. unser Fazit lautet richtig erstellt haben alle Verankerungen besser gehalten als wir es uns vorgestellt hatten. Ohne Steigeisen geht es dann Talwärts weiter über Felsen wo wir uns in Zweierseilschaft gegenseitig sichern z.B. an Felsen oder über die Schulter. Nach einem wunderschönen Tag als krönendem Abschluss findet die Schlussbesprechung bei einem gemütlichen Apero im Alpincenter Steingletscher.
Sehr lehrreicher Kurs von der Alpinschule Bergfalke in angenehmer Begleitung. Wunderschöne Umgebung auch wenn ein wenig stark besuchtes Klettergebiet. Schöne Kletterrouten auch für Anfänger sehr gut geeignet. Spannender Tag auf dem Gletscher welcher das richtige Verhalten auf dem Gletscher und die Sicherungs sowie Bergungsmethoden vermittelte. Besonders gut gefallen hat uns das Klettern und im Allgemeinen die Begleitung des Bergführers. Der Kurs ist für alle mit wenig Alpine Erfahrung sehr empfehlenswert.
Art der Tour: Fels und Eis Kurs Steingletscher mit Hotelübernachtung im Alpincenter Steingletscher mit der Alpinschule Bergfalke
Daten: k.A.
Merkmale: Ein Besuch im Alpincenter Steingletscher lohnt sich.
Kondition: leicht
Technisch: leicht
geeignet für: alle mit guter Kondition und die gerne Klettern lernen möchten, sowie die Grundlagen auf dem Gletscher erlernen.
Hunde: -