Schneeschuhtour Ammertenspitz 2640m, 17.02.2019


Planung

Diese wunderschöne und konditionell einfache Tour, mit Start von der Engstligenalp durften wir als Anwendungstour vom diesjährigen Lawinenkurs durchführen. Die Prognosen vom Lawinenbulletin stehen gut, die Stufe ist "mässig" und es ist mit Gleitschneelawinen im Verlauf des Nachmittags aufgrund der Erwärmung der Schneedecke zu rechnen. Die Bedingungen am Morgen können nicht besser sein. Es ist Kalt, doch wir wissen, dass die Temperaturen im Verlauf des Tages bis auf ca 12-15C° ansteigen werden.

Tour geeignet für: Schwierigkeit WS

 

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Tourenbericht

 Tag 1:

Im diesjährigen Lawinenkurs nach Swiss Mountain Training Standard Stufe 2, war wieder meine Frau mit von der Partie und im Vergleich zum letzten Lawinenkurs hatten wir mit dem Wetter extrem Glück. Das Wetter war hervorragend über zwei Tage hinweg, und wir freuten uns auf einen lehrreichen Kurs. Nach einem langen Abschnitt Theorie, ging es dann raus auf eine kurze Tour oberhalb von Adelboden. Übungen mit dem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät  wurden durchgeführt, sodass jeder sein LVS auch benutzen konnte. Nicht alle am Kurs, hatten schon Erfahrung mit dem LVS, oder ein eigenes LVS dabei.  Wir können wärmstens empfehlen, sich ein eigenes Gerät zu kaufen  um die Bedienung zu verinnerlichen. Man kann auch  im Sommer wunderbar ein LVS-Gerät verstecken und dieses suchen. Mietet man sie an Kursen oder Touren bekommt man oft von Tour zu Tour ein anderes Gerät. Die Bedienung muss  im Ernstfall sitzen, was in diesem Fall vielleicht nicht so einfach ist, wenn noch der Stress und die Anspannung dazukommt. Während der Übungen konnten wir feststellen, dass die Suche verschiedener Geräte von Hersteller zu Hersteller nicht unbedingt fehlerfrei funktioniert. Beispielsweise hatten wir keine Verbindungsprobleme zwischen mehreren Barryvox. Als wir jedoch mit einem Pieps DSP Pro die selben Mammut Geräte suchten, war dies jedoch schwierig bis hin zu gar nicht möglich.  Selbst ein Barryvox welches vom DSP Pro gar nicht angezeigt wurde kam vor. Aber die Pieps Geräte unter sich, hatten auch keine Probleme. Wir schliessen also daraus, dass es wohl besser ist das selbe Gerät wie die anderen Tourenpartnern zu verwenden, sofern dies möglich ist um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden. Mit dem Pieps DSP Pro hatten wir die Gelegenheit bei einem früheren Kurs zu sammeln, daher kann ich aber sagen, dass ich die Bedienung des Barryvox  im Vergleich zum DSP Pro von Pieps als angenehmer empfunden habe (meine Meinung). Ist aber sicher auch Geschmackssache und eine Frage der Übung mit dem Gerät. Als die Sonne hinter dem Fitzer verschwand ging es dann wieder runter ins Tal, bevor wir am Ende des Tages dann die Gondel hoch zur Engstligenalp nahmen um dort im Berghaus die Nacht zu verbringen. Während dem excellenten Nachtessen im neuen Bergrestaurant Engstligenalp, gab es unzählige spannende Gespräche mit allen Teilnehmer welche alle sehr interessante Berufe hatten. Nach dem Dessert stand noch die Tourenplanung an für den nächsten Tag und nun stand das Ziel fest - den Ämmertenspitz. 

 

Tag 2: 

 

Da ich einen Monat zuvor, bei einer Skitour gescheitert war, aufgrund der schlechten Vorbereitung, schlechter allgemeinen Verfassung und zu warmer Kleidung, wusste ich was auf mich zukommt. Ich hatte mich dieses Mal aber optimal vorbereitet und auch die Ausrüstung auf ein Minimum reduziert und die Kleidung an den Bevorstehenden Aufstieg angepasst. Wir zogen relativ spät los und waren trotzdem eine der ersten Gruppen welche auf der Alp starteten. Die Skitourengeher mussten noch die Felle aufziehen und dann ging es durch den am Morgen noch lockeren und pulvrigen Schnee los. Der erste Abschnitt der Tour, der sich in die Länge zieht ist angenehm flach und wir kommen dank einer am Vortag angelegte Spur gut voran. Grosse Fischmäuler an der Südflanke des Rotstocks haben sich in den letzten Tagen geöffnet und auch Kegel von Gleitschneelawinen, vermutlich von den Tagen zuvor, sind sichtbar. Ein Zeichen dafür, dass die Erwärmung im Tagesverlauf, wie im Lawinenbulletin vorhergesagt, die ganze Schneedecke zum abrutschen bringen kann.  Am Ammertenpass angekommen, liegt noch etwa eine halbe Stunde Aufstieg vor uns, doch die hat es in sich. Die Steigung nimmt rasant zu und es werden für die meisten Gruppenteilnehmer immer mehr Pausen nötig. Sechs andere Tourengeher sind bereits auf dem Gipfel als ich dort als erster der Gruppe ankomme. Ich bin nicht der Wettkampf-Mensch, es sei denn gegen mich selber. Und ich wollte mir beweisen, dass diese Tour für mich problemlos machbar ist und  nicht auf der Niederlage welche einen Monat zurück lag sitzen bleiben. Nach einer weiteren halben Stunde Verpflegungspause auf dem Gipfel, wird es schon Zeit nach unten zu gehen. Nach einer guten Stunde geht die Sonne über dem Tierbergli hoch und die ganze Schneeoberfläche beginnt zu funkeln. Die Anstrengung hält sich nach 300 Höhenmetern in Grenzen und die Stimmung ist super. Immer wieder erhalten wir im Aufstieg wertvolle Tipps vom Bergführer zur sicheren Routenwahl und beide Gruppen, Skitourengeher und Schneeschuhläufer, sind zumindest im Aufstieg, im selben Tempo unterwegs. Die Sonne brennt mittlerweile richtig und  nun bleibt nur noch die Baselayer-Schicht und eine Softshell-Weste am Körper,welche als "Schutz" des LVS diente. 

 

Da sind natürlich die Skitourengeher deutlich im Vorteil, und wir Schneeschuhläufer merken, dass die Sonne welche den Schnee immer mehr aufweicht, auch nicht unbedingt mithilft. In den ersten fünfzig Meter rutschen die Schneeschuhe und es ist Vorsicht angebracht. Immer wieder trifft sich die ganze Gruppe, damit niemand verloren geht und alle heil  unten ankommen. Nach dem grössten Teil des Abstiegs wird noch eine Rettungsübung stattfinden mit LVS, Sonde und Schaufel, während an uns immer mehr Leute vorbeiziehen an den Fischmäuler welche wir schon am Morgen beobachtet hatten, die immer wie bedrohlicher wirkten. Die Gefahr von Nassschneelawinen ist akut und was folgen musste folgt. Eine mittelgrosse Lawine löst sich in einem lauten Grollen von den Flanken des Rotstocks, direkt  vor unseren Augen. Einige unvorsichtige Winterwanderer, welche nicht wirklich ausgerüstet aussahen, waren eine Minute zuvor noch über die alten Lawinenkegel und direkt unter dem neu entstandenen Kegel gewandert. wieder ein Mal der Beweis,  wie fahrlässig manche in den Bergen unterwegs sind. Der Bergführer Die Übung neigt sich dem Ende zu und wir ziehen weiter bis zum Berghaus, wo wir noch zu einem kurzen Trank die Tourenauswertung vornehmen. Ich würde sagen ein voller Erfolg und ein weiteres Wochenende der Extraklasse auf der Engstligenalp ist leider schon wieder vorbei. 


Art der Tour: Zweitageskurs mit Awendungstouren und Übernachtung im Berghaus Engstligenalp

Daten: 1.Tag: 4 km, 200m Aufstieg, 200m Abstieg / 2.Tag:  ... km, ...m Aufstieg, ...m Abstieg

Merkmale:

Kondition: mittel

Technisch: WS (SAC-Hochtourenskala)

geeignet für: alle mit guter Kondition und den nötigen alpinen Kenntnissen, eine gute Einsteigertour in Begleitung eines Bergführers

Hunde: Hundetauglich für sportliche Vierbeiner



Diese Tour findest du bald zum Download auf Outdooractive.com