Winterbiwak Baach 1700m, 17.11.2017


Tourenbericht

 

Aufstieg mit Gepäck inkl. Pausen 5h, Abstieg, 1.5h

 

Geplant war eigentlich eine zweitägige Tour zum Walalpgrat. Bei Obere Baach wollten wir biwakieren um dann am zweiten Tag die Besteigung des Walalpgrats ohne Biwakausrüstung zu versuchen, auf dem gleichen Weg runter zu kommen, das Biwak zusammenzuräumen und hinunter bis ins Tal abzusteigen. Gestartet sind wir in Oberstocken bei bedecktem Himmel. Da wir den Weg schon kannten vom Abstieg aus unserer letzten Tour, wussten wir auf was wir uns einlassen.  Der Aufstieg via Schwand und Nesselboden war anstrengender als zuerst gedacht bei ca 5-10cm Schnee. Kurz vor dem Wanderwegschild auf 1000m konnten wir Berggämse beobachten, die wohl auf Futtersuche von Höheren Lagen abgestiegen waren. Auf ca. 1300m haben wir ab 30cm Neuschnee die Steigeisen angezogen, da unter der Schneeschicht der Boden vereist war. Angekommen in Undere Baach auf 1350m legten wir eine längere Pause ein um etwas zu Essen und wieder zu Kräfte zu kommen. Hier waren wir an der Nebelgrenze angekommen und man konnte von der Schrattenfluh bis zur Niederhornkette und auch ein grosser Teil der Berner Alpen bestaunen, die aus dem Nebelmeer herausragten. Leider ist der Aufstieg eigentlich nur Schattig, sodass wir beschlossen weiterzuziehen bevor wir zu sehr auskühlen. Doch unser Hund begann kurz nach dem Weiterziehen zu humpeln und wir beschlossen ihm die Füsse mit Vaseline einzuschmieren um eine Vereisung der Pfoten zu vermeiden und zunächst durch 40-50cm Neuschnee , bereits wieder verschneiten Schneeschuhspuren folgend weiterzuziehen. Offenbar war schon jemand einige Tage zuvor hier nach oben. Wir mussten feststellen, dass nach einer weiteren guten Stunde und 300 Höhenmeter weiter um ca. 15.30h dann doch endgültig Schluss war. So beschlossen wir, ihm zu Liebe, die Nacht auf 1700m am Fuss des Stockhorns zu verbringen und dort zur Ruhe zu kommen, denn auch wir waren langsam am Ende. Der Letzte Abschnitt durch den Tiefschnee mit dem Gepäck hatte unsere Kräftereserven beinahe ausgeschöpft. Wir hatten zwar nicht unser Tagesziel erreicht doch bis da hin standen noch unsere Chancen gut, dass wir den Walalpgrat erreichen. Als wir das Zelt aufgebaut hatten war der Hund der Erste, der das Zelt regelrecht stürmte. Dort konnte er eine Weile zugedeckt schlafen, während wir uns auch aufwärmten und den Rest der Ausrüstung um etwa 17.00h bei ca.  Null Grad Temperatur für die Nacht vorbereiteten. Als wir anschliessend etwas Kochen wollten, lockte es ihn dann doch wieder aus seiner warmen Höhle und er zerstach mit seinen Krallen eine unserer Thermarest Neoair Matten. Wir hatten sie zwar abgedeckt, doch er fand ausgerechnet die Lücke die noch offen war.  Und natürlich hatten wir kein Feldflickset dabei. Ich hatte zwar bei der Planung daran gedacht, aber dann zuhause liegen lassen. Da die Isolationsleistung der Matte ohne Luft absolut nicht ausreichend wäre im Winter beschlossen wir die Tour abzubrechen, zusammenzupacken und dies wenn noch möglich vor Einbruch der Dunkelheit. Nach dem Zusammenpacken war es dunkel geworden und so starteten wir mit Stirn- und Taschenlampe. Der Abstieg bis nach Oberstocken gestaltete sich einfacher als wir gedacht hatten, sodass wir doppelt so schnell waren wie wir angenommen hatten für den gesamten Abstieg im Dunklen. Erschöpft, aber trotzdem zufrieden heil unten angekommen zu sein und etwas wichtiges gelernt zu haben, nämlich nicht ohne Reparaturset loszugehen, fuhren wir wieder mit dem Zug nach Hause. Wir möchten auch hier davor warnen dass die Thermarest Neoair Matte ohne Schutz nicht für Hundepfoten geeignet ist. Trotzdem ist sie eine ausgezeichnete Matte und wir werden sie weiter nutzen. In Kombination mit dem Thermarest Down Coupler XL als erste Schutzschicht und darin, über der Matte einer Schicht aus Gewebeplane aus dem Baumarkt, sowie einer weiteren Schicht aus unseren Alu Isomatten um ein Durchstechen  100% ausschliessen zu können. Wir werden ausserdem im Winter in Zukunft auf den Carinthia XP Top Aussenschlafsack zurückgreifen um die Comforttemperatur unseres TNF Green Kazoos noch um ungefähr 10 Grad nach unten zu senken. Dies bedeutet ein Gewichtsplus, aber es ist es auf jeden Fall Wert. Unsere Ausrüstungsliste wurde gerade danach angepasst. Wir werden auf jeden Fall die Tour nochmals versuchen!

 

Tour geeignet für: alle, Schwierigkeit T2-T3

 

Die Tour ist für trittsichere Wanderer und auch Kinder ab einem bestimmten Alter und je nach Kondition kein Problem.

Die Tour ist auch für sportliche Hunde geeignet. Die Route führt aktuell durch keine von Herdenschutzhunden bewachten Alp. Dies kann Online auf einer interaktiven Karte nachgeschaut werden um sicherzugehen dass man keine Tiere beim weiden stört: protectiondestroupeaux.ch



Diese Tour findest du zum Download auf Outdooractive.com