Sylvestertour 01.01.2020:  Chrindi - Cheibehorn - Pfaffli -Wildestei


Die erste Skitour von 2020 war eigentlich mit einer Gruppe Freunden im Simplongebiet geplant. Topmotiviert hatte ich am Sylvester Abend mit Rimuss angestossen um für die Tour fit zu sein, die Ausrüstung war bereit, und das Billet ins Wallis gelöst. Aus organisatorischen Gründen meinerseits, fiel jedoch die Tour ins Wasser. Doch da ich schon bereit war, wurde die Tourenplanung kuzerhand abgeändert und die Tour führte mich ins Stockhorngebiet. Schon länger, seit einem da stattgefundenen Lawinenkurs, hatte ich das Cheibehorn im Visier, eine kurze Tour entlang eines Schneeschuhtrails. Was ich danach machen würde stand noch offen und ich hatte mich entschlossen vor Ort zu schauen was ich noch unternehmen könnte.

 

Bei der Talstation von der Stockhornbahn angekommen, ist das Tal noch in dickem Nebel gehüllt. Ich frage mich ob die Höhe der Mittelstation Chrindi reichen wird, um an die Sonne zu kommen. Doch kurze Zeit später und einige hundert Höhenmeter höher tauchen wir aus dem Nebelmeer heraus und die Sonne erstrahlt wie ein riesiger Ofen am Himmel. Schnell wird mir klar es wird heute gar nicht so kalt wie angenommen. Einige Schneeschuhwanderer sind auch in der Gondel sowie Kinder die den Tag im Stockhorngebiet verbringen wollen. Nebst veschiedenen einfachen (Schneeschuh-)Wanderungen bietet es gerade für Familien einige Aktivitäten sowohl im sommer wie im Winter. Im Winter kann man die Schlittelpiste nutzen, auf dem gefrohrenen Hinderstockensee Eisfischen oder Schlittschuhfahren. Ausserdem steht ein kleines Igludorf mit einer möglichkeit eine warme Schokolade zum aufwärmen zu geniessen bereit sollte es mal ein wenig kälter werden. 

Die Schneeschuhtrails sind alle gut markiert und für jeden machbar auch ohne Schneeschuherfahrung, sofern die Lawinengefahr berücksichtigt wird. 

 Ich starte also über den gefrohrenen See in Richtung Cheibehornflanke. Nach einigen hundert Meter in einer Schneeschuhspur entscheide ich mir direkt daneben die eigene Spur anzulegen, da es praktisch angenehmer ist um mit den Tourenski zu gehen. Heute ist auch ein Testtag der neuen Skitourenschuhe Dynafut TLT8 und ich merke auch sofort, dass das Laufen an sich viel angenehmer ist als mit den Scarpa Thrill. nicht nur wegen des Geringen Gewichts von ca. 1250g sondern auch wegen der grossen Bewegungsfreiheit des Schaftes. Die fehlende Nase ist dank Körbchen an den Steigeisen kein Problem, und es erleichtert den natürlichen Bewegungsablauf beim laufen ohne Ski. Nach einigen Höhenmetern erreiche ich die Sonne welche über den Grat der Mieschflueh auf meiner linken Seite hervorschaut. Da ist mir bereits so warm dass die Jacke völlig überflüssig wird. Eine kurze Trînkpause bietet sich gerade an.

 

Auf einem kleinen Plateau auf 1762m angekommen sieht man die Aufstiegsspur über die Steilste Stelle der Tour, eine einzige Spitzkehre ist nötig um diese zu passieren, also nichts wildes. Der weitere aufstieg durch den Tannenwald ist eher flach bis zum Punkt 1892m. Ich beschliesse direkt über den kurzen Grat zum Gipfel des Cheibehorns weiterzuziehen. Auch wenn der Grat wenig ausgesetzt ist und auch nur sehr kurz, ist es zwischen den Tannen sehr schön hinauf zu schlängeln.

Oben angekommen merke ich, dass ich nicht der Einzige war, der die Idee hatte am ersten Januar auf Tour zu gehen, denn es stehen schon drei Schneeschuhläufer auf dem Gipfel. Da ich lieber alleine auf dem Gipfel raste, fällt die Pause etwas kurz aus.

über die Nordflanke des Cheibehorns Quere ich in Richtung Vorderstocken bis zum Stand auf 1899m.

 Dank anderer Tourengeher ist der letzte Aufstieg zum Pfaffli und Wildestei weniger Kraftraubend als erwartet. 20 Minuten später stehe ich oben alleine auf dem Gipfel und geniesse das atemraubende Panorama bei bestem Wetter. So könnte das Jahr immer beginnen!

Die Abfahrt hinunter zur Vorderstockenalp ist einfach und relativ kurz aber macht trotzdem Spass. Der Schnee hat an manchen stellen einen Deckel bekommen, doch grösstenteils ist es immer noch Pulver. Der Aufstieg zum Punkt 1892m ist eher kurz und schon kann man wieder bis zum See hinunterfahren. Wichtig ist so hoch wie möglich an der Mieschfluehflanke zu queren damit man angenehm den Bach umgehen kann (nicht über die Brücke!). Der Schnee war in diesem Bereich gegen meiner Erwartung eher schwer sodass mein leichter und schmaler Movement Black Apple  an seine Grenze kam.


Art der Tour: Skitour

Daten:  7.18km, 665m Aufstieg

Kondition: leicht

Technisch: L (SAC-Skala)

geeignet für: alle mit guter Kondition und der nötigen Skitourenerfahrung, eine super Einsteigertour

Hunde: Hundetauglich für sportliche Vierbeiner