Skitour auf das Untere Tatelishorn, 12.01.2020


Auf diese Skitour freue ich mich ganz besonders. Seit vorletztem Sommer als ich auf das Balmhorn wollte, hatte ich im Sinn wieder in diese Gegend zu kommen. Im Winter ist die Landschaft auf der Spittelmatte absolut atemberaubend, und lädt einfach zum verweilen ein. Sei es als Winterwandergebiet auf den präparierten Wegen oder Loipen oder im sehr kleinen Skigebiet mit einem Lift. Es ist ausserdem einen Startpunkt von diversen Ski- und Schneeschuh-Touren zum Beispiel auf die Tatelishörner, Altels, Balmhorn oder Rinderhorn.

Von der Bergstation Sunnbuel aus geht es zuerst Bergab, also muss noch nicht direkt angefellt werden. Ich bin auch gespannt wieder mit den leichten Movement Black Apple auf einer Piste ein Paar Schwünge zu ziehen. Es klappt auch mit diesen leichten Ski erstaunlich gut, doch leider ist der Teil auf der Piste nur kurz und es muss angefellt werden. Ab da befindet man sich in der Ebene der Spittelmatte und läuft Richtung Punkt 1871m am kleinen Arvenseeli, sowie an den kleinen Eisflächen vorbei, welche am Fuss des Sagiwalds befinden.

Einige waren noch früher hier und sind bereits am Eisklettern. Am Ende des Sagiwalds angekommen muss man diesen ein wenig umgehen und ab da auf die Routenführung achten, da man sich in einer Wildruhezone befindet. Die ersten Meter sind da eher Steil durch den lichten Wald, bis man die interessanten Felsformationen und kleinen Höhlen erreicht hat, die den Gemsen sehr wahrscheinlich als Unterschlupf dienen. Der Sagiwald ist im Winter noch schöner als im Sommer und ich folge der Spur bis auf der Sagiweid auf Punkt 2167m.

Auf der Fläche angekommen beschliesse ich die erste kurze Trinkpause einzulegen und esse etwas kleines um ein wenig Energie zu bekommen für die weitere Route. Ab hier beginnt der zweite eher flache Teil der Tour und es geht in hügeligem Terrain bergauf. Der Schnee hat an manchen Stellen schon einen Deckel, ein Zeichen dafür, dass hier später die Sonne Scheinen wird, doch da befindet man sich im Moment noch im Schatten des Altels. Seine Flanke sieht auch sehr einladend aus, und es steigen auch einige Tourengeher zum Altels auf. Vor mir befindet sich eine Dreiergruppe, die Frau im Schlepptau hat ein wenig zu kämpfen. Hier ist es noch flach, wie wird es wohl im letzten Hang sein? Dieser ist relativ lang und vor allem relativ steil. Hier kommt man nicht um Spitzkehren drum herum. Am Fuss des letzten Hangs angekommen bin ich ihr auf den Fersen. Es stört mich nicht, da ich nicht pressiert bin und ich komme kurz ins Gespräch mit der Französisch sprechenden jungen Frau welche auf der zweiten Skitour ist. Spitzkehren scheint sie jedenfalls noch nicht geübt zu haben und kämpft sich dementsprechend den Hang hinauf. Eine Grosse Gruppe befindet sich schon weit oben und richtet dort ihr Skidepot ein. Ich hoffe soweit mit den Ski rauf wie möglich zu kommen, am besten bis zum Sattel auf 2490m. Ich lege hier die Spur selber an damit diese so angenehm ist wie möglich für mich ist auch ohne Harscheisen, und es klappt. Ich komme nach etwa einer halben Stunde steilem Aufstieg am Sattel an. Das Doldenhorn präsentiert sich hier von einer sehr imposanten Seite. Ein Berg den ich wohl auch genauer unter die Lupe nehmen werde in den nächsten Jahren.

Etwa 20 Nasen befinden sich auf dem Gipfel, der Gruppenzusammensetzung nach wohl eine SAC-Sektion. Doch nach kurzer Zeit machen diese sich auf den Weg hinab, sodass ich den Gipfel ganz alleine für mich habe. Es bleibt genug Zeit bis die nächsten kommen, um die Gipfelfotos zu knipsen und in Ruhe Pause zu machen.

Die Aussicht ist Genial - auf der einen Seite das obere Tatelishorn das leider zu wenig Schnee hat um dann mit den Ski runterzufahren, den Altels, und Rinderhorn oder auf der anderen Seite das Doldenhorn. Die Bergstation liegt einem zu Füssen und ich geniesse die Ruhe auf dem Gipfel. Nach etwa einer halben Stunde bereite mich nach einer ausgedehnten Pause auf die Abfahrt vor.

 

Die Felle sind im Rucksack, der Helm aufgesetzt und die GoPro montiert. Es kann losgehen, doch es ist am Anfang gar nicht so einfach einen Weg zu finden da der Schnee zuoberst ziemlich abgeblasen wurde. Sobald ich eine Weg gefunden habe um in den Gipfelhang zu kommen können die ersten Kurven in Angriff genommen werden. Immer wieder bin ich überrascht wie leicht der Movement Black Apple ist, aber das ist nicht immer zwingend ein Vorteil. Gerade bei stark wechselnden Schneebedingungen ist mehr Gewicht am Fuss einfach laufruhiger. Doch Die Abfahrt macht natürlich Spass - wie man es im Video Sieht. Der Wald lädt zum Spielen zwischen den Bäumen ein ohne zu weit von der Aufstiegsspur abzuweichen. 

 

Mein Fazit zur Tour - als allererste Skitour würde ich sie vielleicht nicht unternehmen (steiler Gipfelhang-> min. Spitzkehren müssen sitzen), aber es ist eine sehr einfache und aussichtsreiche und lohnenswerte Tour. Der Aufstieg wie die Abfahrt sind Technisch leicht und für unternehmenslustige durchstartende Skitourengeher sehr gut geeignet. Einziger Nachteil: man wird selten alleine sein! 


Art der Tour: Skitour 

Daten:  , 650m Aufstieg

Kondition: leicht

Technisch: WS (SAC-Skala)

geeignet für: alle mit guter Kondition und der nötigen Skitourenerfahrung

Hunde: Hundetauglich für sportliche Vierbeiner, an der Leine führen -> Wildschutzgebiet